"Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht,
und wenn er auch die Wahrheit spricht."

Deutsches Sprichwort
 

Tatsachen widerlegen weit verbreitete Lügen

Mit der Waffe "Brand- und Umweltschutz" errang die Schornsteinfegerlobby große Erfolge im Kreise unserer politischen Entscheidungsträger. Wer sich aber vorurteilslos und kritisch mit der modernen Feuerungstechnik befasst, erkennt in den Tätigkeiten der Schornsteinfeger überwiegend nutzlose Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Durch moderne Öl- und Gasfeuerungen verursachte Kaminbrände gehören der Vergangenheit an, was von Feuerwehren und Feuerversicherungen mehrfach bestätigt worden ist. Die Schornsteinfegerlobby jedoch ängstigt die Öffentlichkeit weiterhin mit diesem Gefahrenpotential. Die Schornsteinfegerlobby stellt ferner in den Medien eine unglaublich hohe Opferzahl an CO-Toten im Kaminbereich in den Beneluxländern (es wurden schon 4 000 genannt) den wenigen hierzulande gegenüber. Das ist eine infame Lüge, die durch Recherchen in den benachbarten Ländern entlarvt worden ist. Außerdem dienen Vogel- und Wespennester in ganzjährig genutzten Kaminen zur Rechtfertigung eines regelmäßigen Kaminkehrens.

Die Lobbyisten der Schornsteinfeger wuchern mit Tradition und Nostalgie und bedienen sich eines weit verbreiteten Aberglaubens. Schadenfeuer und verschmutzte Umwelt sitzen auch dem modernen Menschen als drohende Gefahr unterschwellig in den Knochen. Deshalb überlassen wir leichtfertig auch selbsternannten Sicherheitsgaranten bereitwillig das Feld. Diese Haltung führte zur Metamorphose der bisher nur mit Kaminkehren beschäftigten Schornsteinfeger zu vermeintlichen Brand- und Umweltschützern. Die eingeführte Immissionsmessung der Heizungsanlagen wurde bereitwillig an die Schornsteinfeger übertragen, obgleich die Heizungsbauer eher dafür prädestiniert wären.

Aufbauend auf dem in den Jahren 1935 und 1937 erlassenen Schornsteinfegermonopol mit festen Kehrbezirken wurden ab Ende der sechziger Jahre nach und nach Gesetze und Verordnungen bei Bund und Ländern erlassen, die nur teilweise einer kritischen Überprüfung im Hinblick auf ökonomische und ökologische Kriterien standhalten können. Mit einem Wust von Gesetzen und Verordnungen unter dem Dach des Staatsmonopols Schornsteinfegerwesen sind wir heute betroffen. Die Politiker getrauen sich nicht daran zu rütteln, wie sie es bei der Entmachtung des einstigen Fernmeldemonopols beherzt taten.

Die Trennung der Kompetenzen zwischen Bund und einzelnen Bundesländern erschwert den Durchblick über das komplizierte Gesetzeswerk Schornsteinfegerwesen, das zu einem allgemeinen Ärgernis heranwuchs. Das zeigt sich in den zahlreichen Klagen bei den Verwaltungsgerichten und den noch häufigeren Petitionen auf allen Verwaltungsebenen. Wachsende Staatsverdrossenheit und Verweigerung erzwungenen unsinnigen Kehrens und Messens sind die Folge.

Wer lässt gerne seinen sauberen Kamin regelmäßig kehren? Wer sieht ein, dass die vom Fachhandwerk justierte Heizanlage vom Schornsteinfeger nochmals überprüft werden muss? Diese, und noch weitere, Ärgernisse werden durch die weit überhöhten Gebühren verstärkt. Zum Vertuschen des Missverhältnisses zwischen der aufgewandten Arbeitszeit und der dafür enorm hohen Gebühren hat sich eine höchst seltsame Praxis der Schornsteinfeger eingebürgert: Statt ihre Tätigkeit von Haus zu Haus auszuüben, wechseln sie häufig ihren Wirkungsbereich.

Die Behauptung der Schornsteinfeger, mit der Gebührenfestlegung hätten sie nichts am Hut, widerlegte der oberste Baden-Württembergische Schornsteinfeger Gula, in Gegenwart des Baden-Württembergischen Wirtschaftsministers Dr. Döring (nun Ehrenschornsteinfeger!), anlässlich des 39. Landesinnungsverbandstages Baden-Württembergischer Schornsteinfeger in Isny am 12.7.2001 wie folgt:

"Mit Sorge betrachtet derzeit das Schornsteinfegerhandwerk die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe. Man kann nicht zulassen, dass der Großteil der Betriebe sich wirtschaftlich negativ entwickelt. Man hat deshalb ein Gutachten über die wirtschaftliche Entwicklung des Schornsteinfegerhandwerks in Auftrag gegeben."

Um ihre Existenz ins rechte Licht zu rücken, veranlassten die Schornsteinfeger eine Forsa-Umfrage, mit deren positivem Resultat sie nun protzen. Jeder weiß, dass die Ergebnisse von Umfragen von der Art der Fragestellung abhängig sind, und sie daher leicht zu manipulieren sind. Welches solide Handwerk hat jemals Umfragen gestartet? Bei jeder passenden Gelegenheit buhlen Abordnungen der Schornsteinfeger mit ranghohen Politikern, die sich offenbar geschmeichelt fühlen. In jüngster Zeit wurden in zahlreichen Städten Werbeveranstaltungen für karitative Zwecke in der unübersehbaren schwarzen Uniform mit den Silberknöpfen beobachtet. Imagepflege bedrohter Existenzen auf der ganzen Linie!

Zu dem üppig garantierten Jahreseinkommen der Kehrbezirksinhaber addieren sich zusätzliche Einkommen, die von kostspieligen Neuzulassungen und fragwürdigen Messwiederholungen herrühren. Der Zeitrahmen für die Dauer ihrer verschiedenen Tätigkeiten wird von den Schornsteinfegern angeblich unabhängigen REFA- Zeitstudien entnommen, an dem bislang nicht gerüttelt werden durfte. Die 2001 eingeführte Neufassung der KÜO jedoch zwang sie zu einer sträflichen Manipulation derselben. Trotz unveränderter Tätigkeit des Schornsteinfegers in meinem Hause verlangte dieser nach der Neufassung ein Mehr an Gebühren von 15%!

Die Einstufung eines Bezirksschornsteinfegermeisters (BSFM) in die Besoldungsgruppe A9 ist äußerst fraglich. Wie mag es dem in den Staatsdienst tretenden Absolventen einer Fachhochschule zumute sein, wenn er erfährt, dass ein Bezirksschornsteinfegemeister sich in der gleichen Besoldungsgruppe wie er befindet? Er hat nach dem Abitur ein mehrjähriges mühsames Studium hinter sich. Der ihm gleichgestellte Schornsteinfeger dagegen bezog seit seinem Hauptschulabschluss ständig ein festes Einkommen und legte nebenher lediglich eine Gesellen- und Meisterprüfung ab.

Die Zusammenlegung bisheriger zweimaliger terminlich getrennter Tätigkeiten hätte, gemessen an dem neu eingeführten Wegegeld, wegen der Zeitersparnis eine weit mehr als zehnprozentige Kostenminderung zugunsten der Hausbesitzer erbringen müssen. Stattdessen blieben die Einkommen der entlasteten Schornsteinfeger konstant. Es wurde lediglich die Zahl der Kehrbezirke um weniger als 1% gesenkt. Das beweist den strikten Erhalt bisherigen Besitzstandes der Schornsteinfeger auf Kosten der Allgemeinheit.

Es ist empörend, wie eine angeblich hohe Beanstandungsquote bei der Bauabnahme herangezogen wird, um damit die regelmäßige Überprüfung der Heizanlagen zu rechtfertigen. Dies stellt die Zuverlässigkeit des Heizungsbauerhandwerks in Frage. Nur bei den Schornsteinfegern gilt der Grundsatz "Wer wartet, darf nicht prüfen, wer prüft, darf nicht warten". Beim PKW dürfen auch die Werkstätten die Abgase (AU) überprüfen.

Die Lobbyisten der Schornsteinfeger stellen in der Regel zweckgerichtete Behauptungen auf, die durch keine glaubwürdigen und nachprüfbaren Statistiken belegt sind. Mit derartigen angstmachenden Methoden haben sie sich in der Vergangenheit bei den staatlichen Entscheidungsträgern zusätzliche Tätigkeiten ergattert. Beispiele sind die Übernahme der Rauchrohre in die Obhut der Schornsteinfeger, ferner die Einführung einer Feuerstättenschau. Weitaus dringlicher wäre eine häusliche Elektrogeräte- und Elektroanlagenschau!

Das behauptete Interesse der Heizungsbauer an der Emissionsmessung durch die Schornsteinfeger ist eine Lüge. Das Gegenteil ist der Fall! Jedes Nachprüfen der eigenen handwerklichen Tätigkeiten durch weniger qualifizierte Handwerker, die die Schornsteinfeger nun einmal sind, ist eine Demütigung, die sich kein anderes Handwerk bieten lassen muss. Sogar beim TÜV und bei der AU wurde in den letzten Jahren größere Freizügigkeit eingeführt.

Was die Heizanlagenindustrie von den Schornsteinfegern hält, sei einem Leserbrief an die Stuttgarter Nachrichten entnommen:

"Aus Gründen unserer Geschäftsinteressen werden wir ihnen keine diesbezügliche Bescheinigung als Argumentation gegen die Schornsteinfeger zukommen lassen. Wir werden uns nicht mit dem Klüngel der Schornsteinfeger anlegen; immerhin kontrollieren die ja unsere Heizungen und könnten uns erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Regen sie sich nicht über die paar Euro auf, die sie zahlen müssen, damit fahren sie am besten".

Auch die vielbeschworene Neutralität ist durch bare Prämienzahlungen an den Schornsteinfeger, der dem Heizungsbauer einen neuen Auftrag vermittelt hat, mehrfach widerlegt worden.