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"Wer
einmal lügt, dem glaubt man nicht,
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Paul
Theisen
F.A.Z. An die Redaktion Leserbriefe Fax -Nr. 069 7591 1743 25. April
2003 Betreff: Ihr Bericht vom 24.4.03
"Fliesenleger und Uhrmacher auch ohne Meistertitel". Den folgenden Text bitte ich Sie als Leserbrief
zu veröffentlichen.
Im freien Wettbewerb stehende Handwerksbetriebe
dürfen sich nicht auf die eine Person stützen, die den Schein in der Tasche
hat. Jeder Mitarbeiter hat innerhalb des Betriebes die Verantwortung für
seine Arbeit zu tragen. Dem Auftraggeber gegenüber muss der Betriebsinhaber
gerade stehen - mit oder ohne Meisterbrief in der Tasche. Er hat viel zu
verlieren, wenn er Pfusch abliefert. Das gilt für den Bäcker gleichermaßen
wie für den Uhrmacher. Es gilt ausnahmslos für alle Handwerksberufe. Der in dem Artikel erwähnte Beruf des
Schornsteinfegers nimmt eine Sonderstellung ein, auf die ich der Aktualität
wegen näher eingehen möchte: Gemäß seiner Tätigkeiten dürfte sich keiner
dieser Zunft Handwerker nennen. Schornsteinfegern wurden seinerzeit
hoheitliche Aufgaben übertragen, die heute überwiegend unzeitgemäß sind und
mittlerweile zu einem sich häufenden öffentlichen Ärgernis wurden. Die 1935
zugrundegelegte und später öfters novellierte Aufgabenzuweisung innerhalb des
Staatsmonopols muss dringend durchforstet und liberalisiert werden. Dass
dieses kostspielige System weltweit nirgendwo Nachahmer fand, beweist seine
Schräglage. Im Saarland darf kein französischer Schornsteinfeger deutsche
Schornsteine fegen. Von der Schornsteinfegerlobby hochgespielte Vorzüge des
deutschen Systems dienen nur der Besitzstandswahrung und halten keiner ernsthaften
Prüfung stand. Es ist nicht einzusehen, dass heutzutage noch
der häusliche Schornstein und die an ihn angeschlossene Kleinfeuerungsanlage
eine Sonderstellung einnehmen muss, während die mit größerem
Gefahrenpotential behaftete häusliche Stromversorgung dem Elektrohandwerk im
freien Wettbewerb obliegt. Die Abgasmessung nach dem
Bundesemissionsschutzgesetz erfordert keinen Monopolschutz. Beim Kfz fand man
eine sinnvolle liberale Lösung, indem auch Werkstätten die ASU vornehmen
dürfen. Paul Theisen, Böblingen |
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Mindener Tagblatt 12. April
2003 Betreffs: Bedrohliche Mitbewohner im Kamin von
Ulrike Missbach Bitte veröffentlichen Sie den beiliegenden Text
als Leserbrief Höchst interessant Ihr Bericht vom Dohlennest im
Kamin. Da baut eine Dohle in einen ganzjährig benutzten Kamin mühsam ihr
Nest, um eine hitzebeständige Dohlenspezies heranzuziehen. Die heißen Abgase
ersetzen das Brüten. Die Jungvögel lernen mit angesengtem Federkleid
senkrecht startend das Fliegen. Jeder vernünftige Vermieter ruft bei Ausfall des
Durchlauferhitzers das Fachhandwerk zu Hilfe. Denn nur dieser kann das Gerät
reparieren. Wer denkt da schon an einen verstopften Kamin. Doch im Mindener
Werraweg scheinen die Uhren anders zu gehen. Zum Glück war da auch noch
zufällig die Presse in der Nähe. Oder geschah das etwa am 1.April? Paul Theisen, Böblingen |
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Betreff: Ihr Bericht über die
Landesinnungsversammlung der Schornsteinfeger vom 8.4.03 Bitte veröffentlichen Sie den folgenden Text als
Leserbrief in der Saarbrücker Zeitung Der Bericht über die
Schornsteinfegerinnungsversammlung lässt erkennen, dass die Politik sich
nicht aus der Falle der Schornsteinfegerlobby zu befreien vermag. Wer sich
von einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges in diesem Lande nicht zu
trennen vermag, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wer mit ansehen muss,
dass saubere Kamine alle Jahre gekehrt werden müssen oder soeben justierte
Heizungen nochmals überprüft werden müssen, zweifelt an dem gesunden
Menschenverstand unserer politischen Entscheidungsträger. Die Schornsteinfegerlobby versteht es geschickt,
Menschen ohne den notwendigen Sachverstand einzuwickeln mit Angstmache durch
Feuer- und Verstopfungsgefahr und immer wieder den zahlreichen CO-Toten
jenseits unserer Grenze, die uns erspart blieben. Alles ist Lug und Trug zum
alleinigen Zwecke der Besitzstandswahrung eines längst überholten
Berufsbildes. Von den 1,6 Milliarden Euro, die uns die 17 000
Schornsteinfeger im Jahr kosten sind 1,2 Milliarden zuviel ausgegeben für
eine hochdotierte ABM. Das können wir uns nicht noch länger leisten. Niemand
auf der Welt macht uns diesen Humbug nach? Kein Wunder, dass wir Deutschen
EU-Schlusslicht im Wirtschaftswachstum sind. Paul Theisen, Böblingen |
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Betreff: Ihr Artikel "Mit Kehrbesen, Charme
und Zylinder" von Susanne Janssen in der Ausgabe vom 5.4.03 Den folgenden Text bitte ich Sie als Leserbrief
zu veröffentlichen: Der ganzseitige Artikel von Susanne Janssen
"Mit Kehrbesen, Charme und Zylinder" könnte aus den 60er Jahren
sein, als die Öl- und Gasheizungen bei uns noch in den Kinderschuhen
steckten. Der Artikel versucht den gewöhnlichen Tagesablauf eines Schornsteinfeger-Duos
im 21. Jahrhundert zu suggerieren. Der ausgewählte Altbau in der Stuttgarter
Innenstadt gehört zu den Exoten der von Schornsteinfegern heimgesuchten
Häuser. Aus heute noch zugelassenen Öl- und Gasheizungen tritt warme Luft
aus, kaum noch der früher zu Kaminbränden neigende Ruß. Rußende, Holz und
Kohle verfeuernde, Heizungen sind nur noch eine winzige Minderheit, von den
offenen Kaminen einmal abgesehen. Den durch Presse, Hörfunk und Fernsehen
zunehmend an den Pranger gestellten Schornsteinfegern ist jedes Mittel recht,
sich ins rechte Licht zu rücken. Das hohe Einkommen eines Kehrbezirksinhabers
auch noch herunterzuspielen ist bewusste Irreführung der Bevölkerung. Der
garantierte jährliche Ertrag eines Kehrbezirks mit Meister und einem Gesellen
beläuft sich derzeit in BW auf etwa 130 000 Euro, plus Gebühren für
Erstzulassungen und wiederholte Messungen. Die Fixkosten sind minimal. Jeder
freie Handwerker erblasste vor Neid, läse er die Steuererklärung eines
Bezirksschornsteinfegermeisters mit den dort erlaubten absetzbaren hohen
Geschäftskosten. Paul Theisen, Böblingen |
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Anmerkung:
Um in den Genuss von öffentlichen Mitteln zu gelangen, muss sich der
Antragsteller einem sogenannten Energie-Check unterziehen. Zwiespältigkeit der Energieberatung
In dem Artikel "Energietage
stehen bei Häuslesbesitzern hoch im Kurs" in der KRZ vom 25. März wird
mit Beratertätigkeiten recht zwiespältig umgegangen. Einerseits offeriert ein
Fachbetrieb der Heizung- und Sanitärtechnik die Kompetenz seiner Ingenieure,
die auch den sogenannten Energie-Check für Gebäude auszuführen in der Lage
seien. Andererseits offeriert der groß abgebildete uniformierte schwarze Mann
mit Zylinderhut, sein Beruf biete sich als unabhängiger Berater zum Thema
Energiesparen an. Ein Ingenieur hat ein mehrjähriges Studium
hinter sich - um Schornsteinfeger zu werden genügt ein Hauptschulabschluss.
Sachwissen und Erfahrung werden erst im Berufsleben erworben. Deren Tiefe
hängt von den Eingangsvoraussetzungen und der alltäglichen Praxis ab.
Ingenieurtätigkeiten und das alltägliche Kaminkehren samt Abgasmessen eines
Bezirksschornsteinfegermeisters klaffen weit auseinander. Zur fachlichen
Beratung einer sinnvollen Wärmedämmung von Gebäuden sind beachtliche
theoretische Kenntnisse und Sachverstand erforderlich. Ist es auch Beratung,
wenn dem Kunden zum "Energie-Check" gebührenpflichtig ein
bestimmtes Fabrikat empfohlen wird? Paul Theisen, Böblingen (der eingesandte Text wurde ungekürzt
veröffentlicht) |
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Folgender Leserbrief erschien am 14.1.03. in den
Badischen Neuesten Nachrichten ungekürzt: Hausbesitzer müssen allein kämpfen. Da wird woanders mit harten Bandagen um zehntel
Prozente Lohnerhöhung gerungen, aber die Lobbyisten der Schornsteinfeger
dagegen bekommen ihren kräftigen Schluck aus der Pulle ohne viel Aufhebens
zugebilligt. Die Begründung ist hanebüchen. Der Unterschied ist der: Bei
verdi zahlt der Staat die Zeche - bei den Schornsteinfegergebühren zahlt der
Hausbesitzer in bar, der Mieter durch höhere Wohnebenkosten. So läuft das
hierzulande. Es gibt aber noch einen Unterschied: verdi
vertritt die unersetzlichen Lehrer, Krankenschwestern und Müllwerker. Da
sieht es bei den Schornsteinfegern schon trüb aus. Die liegen uns
größtenteils auf der Pelle, ohne einen beachtenswerten Nutzen zu erbringen.
Kehren sauberer Kamine ist so überflüssig wie ein Kropf. Die Brandgefahr ist
bei den heute noch zugelassen Öl- und Gasheizkesseln gleich Null. Vögel und
Wespen erkühnen sich nicht, in ganzjährig benutzte Kamine ihre Nester zu
bauen, um sie zu verstopfen. Mit derartigen Feuer- und Verstopfungsgefahren
ängstigen die Schornsteinfegerlobbyisten die offenbar von keiner Sachkenntnis
getrübten Entscheidungsträger in den Ministerien, die sie sich gefügig
machen. Die Lüge mit den durch REFA-Zeitstudien
ermittelten Arbeitwerten wird durch die Praxis tagtäglich widerlegt. In der
Regel sind die Arbeitswerte mindestens doppelt so hoch wie die tatsächlich
notwendigen Arbeitszeiten. Dieser dreiste Betrug brachte erst die Bürger auf
die Palme. Die Nutzlosigkeit der überwiegenden Tätigkeiten der
Schornsteinfeger dämmert erst allmählich in den Köpfen, seit sich die Medien
der Schornsteinfegerproblematik - auch Sie lobenswerterweise - angenommen
haben. Wer sich heute ein neues Auto kauft, muss erst
in drei Jahren zum TÜV. Wer sich heute einen neuen Ölheizkessel anschafft,
muss erdulden, dass in drei Jahren der Schornsteinfeger schon zum vierten Mal
erscheint. Die Erstzulassung ist teuer, die jährlich vorgeschriebene
Emissionsmessung ist teuer und lästig obendrein. Der gesunde Menschenverstand
billigt dem sehr strapazierten Auto die höhere Sorgfalt zu, nicht aber dem
stationären Heizkessel. Bei den Autos jedoch verhindern die Automobilklubs
ein Ausufern von dienstleistenden Vorschriften. Dagegen sind die
Hausbesitzerverbände lahme Enten. Der dort kaum vertretene Eigenheimbesitzer
steht für sich alleine da. Das ist die gegenwärtige Situation in
Deutschland, die kein anderes Land nachahmt. Das Kuriose an der Sache ist,
dass das Schornsteinfegermonopol 1937 ins Leben gerufen wurde und danach von
der großen Koalition unter Kiesinger angepasst und erweitert worden ist, was
auch heute noch geschieht. Das Schornsteinfegermonopol muss ebenso
verschwinden, wie das Postmonopol, dessen Überreste uns immer noch ein Dorn
im Auge sind. Paul Theisen, Böblingen |
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Paul Theisen droht die Zwangskehrung, Artikel
vom 24.02.2002 Nun droht nach Auskunft von H. Wiedmann die
Zwangskehrung bei H. Theisen, weil das Wirtschaftsministerium das Landratsamt
angewiesen hat, die Sache zügig zu bearbeiten. Nun, wer führt denn in BW das
Wirtschaftsministerium? Ist es nicht H. Döring, der gleichzeitig als
Ehrenschornsteinfeger fungiert? Da wagen es Leute, gegen eine der größten
Unsinnigkeiten in Deutschland aufzubegehren und das Wirtschaftministerium hat
nichts besseres zu tun als die Sache schnell vom Tisch zu bekommen? Wieso
fragt sich denn keiner, warum es so gekommen ist? In der Beziehung
Schornsteinfegergesetz und Zwangskunde geht es anscheinend nur noch nach dem
Willen einer arroganten und durch und durch verfilzten Lobby. Vernünftige
Gründe zur Kehrung eines sauberen Kamins oder zur Doppelmessung einer bereits
gemessenen und gewarteten modernen Öl- oder Gasheizung kann ich beim besten
Willen nicht mehr erkennen. Was mich dann auch noch sehr wütend macht, ist
die Tatsache, das die Ämter sich auch noch darauf berufen, alles im Sinne der
Öffentlichkeit zu machen, nicht nur in BW sondern auch hier in NRW. In meinem
Namen braucht kein Kehrbesen durch den Kamin des Hauses von H. Theisen
gezogen zu werden. Viel andere Bürger, also die Öffentlichkeit, ist hier
sicher auch nicht anderer Meinung. Die meisten Bürger halten von diesem alten
Zopf sowieso nichts mehr, da hilft auch keine fragwürdige Forsa-Umfrage. Ich
glaube viel mehr es geht den Behörden und auch der Schornsteinfegerlobby viel
mehr darum, die Gebühren zu kassieren und die Kritiker in die Knie zu
zwingen. Sei es mit unqualifizierten Äußerungen durch so manchen BSFM oder
wenn das nichts nützt eben mit Druck durch die Behörden. Wenn man sich da mal
nicht vertan hat, nicht nur in Böblingen oder Werne sondern in der gesamten
BRD. Die einschlägigen Gesetze und Verordnungen sprechen jedenfalls eine
andere Sprache als es die Schornsteinfegerlobby und die nicht vorhandenen
Fachleute der Aufsichtsämter wahrhaben wollen. Noch ein Wort an die Behörden, für den
Umweltschutz und die Sicherheit der Böblinger Bevölkerung macht ihr
angedachtes Rollkomando mit Schornsteinfegeranhang rein gar nichts. Aber
lächerlich machen sie sich schon jetzt. Elmar Conin Ich möchte diesen Leserbrief mit einem Witz
beginnen. Ein Mann sitzt in einer Kneipe und prahlt damit, dass er Holzfäller
in der Sahara gewesen sei. Darauf hin sein Tischnachbar: Aber in der Wüste
gibt es doch keine Bäume. Ja, antwortet der Prahler, die habe ich alle
gefällt. So ähnlich antworten auch die Schornsteinfeger auf die Frage, warum
es weniger Kaminbrände und CO Tote gibt. Es ist ganz einfach die zunehmende Ausstattung
mit modernen Heizungsanlagen, die nicht nur keinen Russ mehr produzieren, sondern
auch keine anderen schädlichen Emissionen, ich denke hier insbesondere an Gas
- und inzwischen computergesteuerte Ölheizungen, die zur Reduzierung von
Kaminbränden und Unfällen bei Feuerstätten beitragen. Im übrigen ist die
Kotrolle des Kamins mit einem Spiegel in ein paar Sekunden sicher
durchzuführen und es Bedarf schon gar keiner Kehraktion durch den Kamin. Schornsteinfeger bezeichnen sich gerne als
Handwerker, was sie schlichtweg nicht sind. Ihr einziges Handwerk besteht
darin einen kugelbeschwerten Besen durch den Kamin zu ziehen. Sie sind
tatsächlich frei schaffende Beamte und die Behauptung sie hätten keinen
Einfluss auf die Festlegung der Gebühren ist ebenfalls nicht richtig. Über
die Höhe der Gebühren (ein Handwerker erhebt keine Gebühren, er hat seinen
Preis), wird mit den Schornsteinfegern und in den meisten Fällen dem Verband
der Haus - und Grundbesitzer, in dem vorwiegend Mieteigentümer organisiert
sind, die ihre Kosten auf die Mieter umlegen, als Alibivertreter der anderen
Seite in den Wirtschaftsministerien der Länder festgesetzt.
Interessenvertreter, wie die der Interessengemeinschaft gegen das
Schornsteinfegermonopol werden grundsätzlich ausgegrenzt, aus gutem Grunde. Das Prinzip, wer wartet darf nicht kontrollieren
und wer kontrolliert darf nicht warten, ist eine beliebte Floskel bei den
Schornsteinfegern. Ich möchte in diesem Zusammenhang einmal darauf hinweisen,
dass die AU - Messung beim Kfz. auch von Handwerkbetrieben durchgeführt wird,
die gleichzeitig Fahrzeuge warten. Im übrigen hat die Liberalisierung beim
TÜV, nicht zu einem, vom ehemaligen Monopolisten TÜV prognostizierten Anstieg
von technisch bedingten Unfällen geführt. In einem anderen
sicherheitsrelevanten Bereich, dem der Medizin, ist nach der so genannten
Medizingeräteverordnung die jährliche Kontrolle aller medizinischen Geräte
zwingend vorgeschrieben. Diese Kontrolle wird entweder vom Hersteller dieser
Geräte selbst, oder aber von einem durch den Hersteller autorisierten
Betrieb, der auch für die Wartung dieser Geräte zuständig ist, durchgeführt.
Insoweit halte ich dieses Argument für ein plumpes wenig Überzeugendes. Wenn
es nach diesem Argument ginge, dürfte der Schornsteinfeger auch nicht den von
ihm selbst gekehrten Kamin kontrollieren. Im Falle des Herrn Theisen, ein Mann mit
ausgesprochener Zivilcourage, beruft sich Frau Laztko vom Landratsamt auf
geltendes Recht. Hierzu stelle ich fest, dass sich auch im 3. Reich und in
der ehemaligen DDR Staatsbeamte gerne auf geltendes Recht berufen haben und
dennoch heute als Unrechtsvertreter am Pranger stehen. Es ist leicht und
einfach sich auf geltendes Recht zu berufen, sich dahinter zu verstecken und
den eigenen Verstand auszuschalten, sowie die eigene Feigheit zu kaschieren. Ich leugne nicht die Notwendigkeit von
Kaminkehrungen bei Ofenfeuerung mit starker Russbildung, aber dies könnte ich
genau so verlässlich an meinem Kamin selbst erledigen. Auch die so genannte
Gebühr von 22 Euro halte ich für unangemessen hoch. Der Hinweis, dass es in
allen europäischen Ländern eine Kehrpflicht gibt, ist nur bedingt richtig.
Wie sie selbst in ihren Artikeln schreiben gibt es in der EU und in einigen
Ländern, sogar innerhalb Frankreich sehr unterschiedliche Regelungen. In
Luxemburg wird die jährliche Messung mit der Wartung von einem Heizungsmonteur
durchgeführt und der Kaminfeger ist ein freier Handwerker, ohne staatliche
Privilegien. Warum dies in der BRD nicht ebenso sein kann, liegt einfach am
Festhalten festgeschriebener Privilegien der Schornsteinfeger. In Frankreich
gibt es die Kehrpflicht des Kamins 2 mal jährlich. Die Bescheinigung hierüber
muss in einigen Departements der Gebäude - bzw. Feuerversicherung vorgelegt
werden, die also hierüber schon aus Eigeninteresse wacht. Der französische
Kaminfeger ist ein freier Handwerker, der seine Dienstleistung zu auf dem
Markt durchsetzbaren Preisen anbietet. Weder in Frankreich, noch in Luxemburg, wie es
in anderen europäischen Ländern aussieht weiß ich nicht, ist die Zahl der
Kaminbrände oder die von den Schornsteinfegern so gerne angeführten CO Toten
höher als bei uns. Es ist eher der deutsche Hang zur Bürokratie und Kontrolle
einerseits und die Verteidigung der nicht unerheblichen Einnahmequellen durch
die Schornsteinfeger, die uns als Bürger diese Entmündigung zumutet. Die Feststellung, dass die Schornsteinfeger
jährlich mehrere hundert neu erbaute Heizungsanlagen beanstanden, müsste
eigentlich die Innung der Heizungsbauer auf den Plan rufen, denn dies
bedeutet doch indirekt, dass die Heizungsbauer pfuschen und ohne die
Kontrolle durch den Schornsteinfeger ganz Deutschland brennen würde. Ich habe
einmal versucht, vom Hersteller meiner Flüssiggasheizung, nicht vom
Heizungsbauer, eine schriftliche Bestätigung darüber zu erhalten, dass meine
Heizung, d.h. der Brenner und die Gasflussmenge sich nicht nur nicht
verstellen können, sondern auch nicht zu regulieren sind, da der Gasdruck von
einem am Gastank installierten Druckminderer fest eingestellt ist und dass
bei einem Defekt dieses Druckminderer, der nur von einem Heizungsfachmann
überprüft werden darf, die Heizungsanlage abschaltet. Die telephonische Antwort war wie folgt: Die Befugnisse und die Macht, die dieser Zunft
von Staats wegen zugebilligt werden, verführen zum Missbrauch, was meines
Erachtens auch EU-rechtlich geprüft werden sollte. Zum Schluss möchte ich hier einen Rat, den mir
ein Schornsteinfegergeselle gegeben hat, als ich die hohen Kosten
beanstandete, öffentlich kundtun: In einem Gerichtsurteil hat ein Richter
festgestellt: Das erinnert mich eher an einen Richterspruch
des Reichsgerichtshofs, als an einen Richterspruch aus dem Jahr 2000. Heinz - Leo Laturell |
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Schornsteinfegers Imagepflege durch
Äthiopisches Kinderhilfswerk
"Glück abholen und für
Afrika spenden" war das Motto einer Veranstaltung der Paderborner
Schornsteinfeger. Sie diente der schon lange andauernden bundesweiten
Imagepflege unter dem Motto: "Schornsteinfeger mit bundesweiter
Informations- und Glückskampagne vor Ort". Die "Neue Westfälische" hat am
20.02.03 darüber berichtet. Der folgende Leserbrief behandelt das Thema: "Handwerk hat goldenen Boden", lautet
das Sprichwort. Doch der goldene Boden kommt nicht von alleine. Ohne gute
Arbeit oder gefragte Ware ist nichts zu holen - außer bei den
Schornsteinfegern! Da werben nun in Paderborn und anderswo schwarz
Uniformierte für ein berufliches Auslaufmodell und bedienen sich dabei sogar
der hungernden äthiopischen Kinder. Kein anderes Handwerk hat es nötig,
derartige Auftritte zu inszenieren, um sein miserables Image aufzubessern. Die Glücksbringer Schornsteinfeger wecken
Nostalgie und Aberglauben, und jetzt auch noch Hilfsbereitschaft für die Ärmsten
der Armen, um die Herzen zu erweichen. Dieser Beruf überlebte, obwohl es kaum
noch rußende Feuerungen gibt? Den Gaslaternenanzünder gibt es längst nicht
mehr, auch nicht den Heizer auf der Elektrolok. Die Schornsteinfeger besitzen
eine schlagkräftige Lobby. Kein Jahreswechsel ohne Schornsteinfegers
Auftritte im Blitzlichtgewitter bei unseren Staatsmännern, die sie sich seit
jeher warm halten. Gesetze und Verordnungen fielen immer zugunsten der
Schornsteinfeger als vermeintliche Garanten für Sicherheit, Energieeinsparung
und saubere Umwelt aus. Die groß aufgemachte positive Darstellung der
Schornsteinfeger vermittelt das Bild einer heilen Welt und zufriedener
Zwangskunden. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus! Diejenigen werden immer
weniger, die noch ihren sauberen Kamin kehren lassen wollen, oder eine
wiederholte Emissionsmessung akzeptieren. Die Kohlenmonoxid-Lüge ist
längstens widerlegt. Wer sieht ein, dass die Emissionsmessung bei der Heizung
öfters sein muss als die ASU beim Auto? Als Staatsmonopolisten dürfen die
Schornsteinfeger sogar den Artikel 13 des Grundgesetzes aushebeln, nämlich
die Unverletzlichkeit der Wohnung. Das zumeist für nichts und wieder nichts!
Es ist kein Gerücht, dass die Politik endlich Einsicht in die
Täuschungsmanöver der Schornsteinfeger erkennen lässt. Paul Theisen, Böblingen |
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LB zu Artikel in der "Neuen
Westfälischen(NW)"
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"Je
mehr Gesetze,
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Der provozierende Zeitungsartikel
Landesverband der
Schornsteinfeger feiert in Pforzheim sein 50-jähriges Bestehen Von unserem Mitarbeiter Norbert
Kollros PFORZHEIM. Baden-Württembergs
Schornsteinfeger treten in diesen Tagen in Pforzheim ans Licht der
Öffentlichkeit: Am Ort der Gründung ihres Landesverbands vor exakt 50 Jahren
findet bis Donnerstag nicht nur der Verbandstag der "schwarzen
Zunft" statt, die "schwarzen Männer" werden auch feiern - eben
das 50-jährige Bestehen ihres Landesinnungsverbands. "Das Land wurde im April 1952 gebildet und
wir konstituierten uns gerade mal ein halbes Jahr später. Wir sind damit eine
der ältesten Innungen dieses Landes", so Landesinnungsmeister
Hans-Ulrich Gula gestern in einem Vorgespräch mit Journalisten zu den
bevorstehenden Veranstaltungen im CongressCentrum Pforzheim. Demnach findet am heutigen Dienstag eine interne
Landesdelegiertenkonferenz statt, morgen schließt sich eine Tagung mit
Fachvorträgen rund ums Thema Heizen und Umwelt an, und am Donnerstag ist die
eigentliche Jubiläumsveranstaltung des Landesverbands, bei der als Festredner
der baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring zu den
erwarteten rund 450 Gästen sprechen wird. Keine Monopolstellung Das Gespräch mit den Medien gestern nutzten Gula
und seine Vorstandskollegen Peter Fellmeth und Hans-Peter Kächele zur
Darstellung der Leistungen ihrer Branche für die Sicherheit der Bevölkerung
und zum Schutz der Umwelt, also mit der Überwachung von Feuerungsanlagen
sowie neuerdings der Energieberatung. Gula widersprach dabei einer
landläufigen Meinung vom Monopol der Schornsteinfeger. Nach seiner
Darstellung erfülle seine Branche hoheitliche Aufgaben im Auftrag des Staats,
nach seiner Interpretation eine Form von Privatisierung, wie sie heute für
viele Bereiche gefordert werde. Wie Gula berichtete, würden seine Berufskollegen
bei den regelmäßigen Kontrollen und Messungen immer wieder eine große Zahl
von Missständen bei den Feuerungsanlagen feststellen, die Beanstandungsquote
bezifferte er auf rund zwei Prozent. Eine Hochrechnung habe ergeben, dass
durch die Senkung der Abgasverluste und der damit verbundenen Erhöhung des
Wirkungsgrads der Feuerungsanlage auf der Basis von 2001 erfolgten Messungen
im Land rund 27 Millionen Liter Heizöl und acht Millionen Kubikmeter Gas
eingespart hätten werden können. Gleichzeitig sei damit die Umwelt von
zigtausenden Tonnen Schadstoffen entlastet worden. Aber auch durch Wärmedämmung und andere
vergleichbare Verbesserungen am Haus könne der Energieeinsatz verringert
werden. Gula nannte ein Einsparpotential von rund 30 bis 40 Prozent. Wie er
sagte, seien viele seiner Kollegen nach entsprechender Weiterbildung in der
Lage, den vom Umweltministerium initiierten Energie-Spar-Check neutral
durchzuführen. Dabei erhalte der Hauseigentümer für eine
Pauschale von 75 Euro eine Bewertung seiner Immobilie und Vorschläge, wie er
sinnvoll und effektiv seinen Energieverbrauch reduzieren könne. Dies sei auch
ein Stück Wertschöpfung für den Staat, verdeutlichte Gula. Knapp 500
Hausbesitzer hätten vergangenes Jahr diesbezüglich Verbesserungen mit einem
Investitionsvolumen von rund 9,3 Millionen Euro veranlasst, was dem Staat ein
Mehrwertsteueraufkommen von 1,5 Millionen Euro beschert habe. Demgegenüber
stünden nur 67 000 Euro Aufwand durch Fördermittel seitens des Landes. Landesweit rund 1850 Mitarbeiter Nach Darstellung des Verbands gibt es im Land
exakt 932 Betriebe analog der Zahl der behördlich fixierten Kehrbezirke. In
diesen Betrieben sind rund 1850 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 160
Auszubildende. Wobei die einstige Männerdomäne langsam aufgeweicht werde, es
gebe landesweit bereits 30 Meisterinnen und aktuell 25 weibliche
Auszubildende. Der Umsatz der Branche wird landesweit auf 116
Millionen Euro taxiert, was einem Durchschnittswert pro Kehrbezirk von 125
000 Euro entspricht. Dieser Umsatz wird heute zu 60 Prozent durch Kehr- und
zu 40 Prozent durch Prüfungsarbeiten erreicht. |
Der beachtenswerte Leserbrief
Kehrbezirk als Lizenz zum
Gelddrucken? Zum MT-Bericht "Für Sicherheit und den
Schutz der Umwelt" vom 22. Oktober: Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher
Eloquenz und mitunter brillanten Rhetorik die obersten Lobbyisten des
Schornsteinfegerhandwerkes zugange sind, wenn es um das so genannte
Schornsteinfeger-Monopol geht, das den Herren der schwarzen Zunft ein gutes
Einkommen auf Kosten ihrer Zwangsklientel sichert. Es ist geradezu anmaßend und schlicht falsch,
wenn der Landesvorsitzende der Schornsteinfeger-Innung, Hans-Ulrich Gula, das
Monopol der Schornsteinfeger in Zweifel zieht. Als oberster Lobbyist seiner
Zunft mit besten Beziehungen zum Landeswirtschafts- und -umweltministerium
müsste ihm ein Gesetz aus dem Jahre 1935 bekannt sein, das vom damaligen
Reichstag zu Großdeutschlands Zeiten verabschiedet wurde und den Kaminkehrern
das so genannte Kehrmonopol bescherte. Dieses Gesetz, von demokratisch legitimierten
Regierungen mehrfach novelliert, schreibt nämlich das Kehrmonopol zwingend
vor. Es ist richtig, dass Kaminkehrer von Bund und Ländern mit öffentlichen
Aufgaben "beliehen" werden. Herr Gula verschweigt jedoch
geflissentlich, dass die Schornsteinfeger damit einen beamtenähnlichen Status
erlangen, der dem "Bezirksschomsteinfegermeister" erlaubt, seine
Zwangsklientel fast nach Belieben abzuschöpfen und zu schikanieren. Darüber
kann ich einen ganzen Roman schreiben! Hinzu kommt noch, dass die Kaminkehrer seit der
Einführung der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung in den 70er Jahren des
abgelaufenen Jahrhunderts auch noch mit der "Messung" von
Kleinfeuerstätten, wie die Öfen in Wohnungen im Amtsdeutsch heißen, betraut
wurden. Offensichtlich wussten die zuständigen Ministerialbeamten nicht, was
sie der Bevölkerung antaten, als sie die Messung der Haushaltsöfen den
Kaminkehrern übertrugen. Messkompetenz war damals und ist nach meinen
leidvollen Erfahrungen auch heute noch nicht vorhanden. Es wäre viel sinnvoller gewesen, die
Immissionsschutzmessungen dem Sanitär- und Heizungsbauerhandwerk zu
übertragen, wo erstens die fachliche Kompetenz zur Messung von
Heizungsanlagen zuhause ist, zweitens auch sofort fachmännischer Rat eingeholt
werden kann. Da in den 70er Jahren immer mehr Gasheizungen in
den Häusern installiert wurden und Gas fast rückstandsfrei verbrennt, wurde
die schwarze Zunft notleidend. Also hat man den Kaminkehrern ein zweites
Standbein mit den Immissionsschutzmessungen verschafft. So war beiden Seiten,
nämlich den Kaminkehrern und dem Bund und den Ländern gedient. Die Rechnung
durften - wieder einmal - die Hausbesitzer und Mieter zahlen. Der "Bezirkskaminfegermeister"
bekommt, in der Regel vom Regierungspräsidium, einen "Kehrbezirk"
zugeteilt, für den er alleine verantwortlich zeichnet. Er hat dort das
Monopol, kein anderer Kollege darf in diesem Bezirk tätig werden. Die Preise
für seine "Leistungen" werden jährlich vom
Landeswirtschaftsministerium festgesetzt, wobei drastische Aufschläge keine
Seltenheit sind. Das Monopol geht soweit, dass eine vom
Heizungsbauerfachbetrieb eingemessene Heizungsanlage vom zuständigen
Kaminkehrer nochmals "gemessen" und der Eigentümer dafür
selbstredend zur Kasse gebeten wird. Der Kehrbezirk als Lizenz zum
Gelddrucken? Es stellt sich nun die Frage, warum die
Kaminkehrer ein Monopol haben müssen, um ihre Aufgaben zu erledigen. Die
Statistiken weisen in anderen Ländern ohne Kehrmonopol auch keine häufigeren
Brände oder Erstickungstote auf, als im überregulierten Deutschland. Bleibt noch anzumerken, dass es allen
Hausbesitzern und Mietern frei steht, sich über das Kehrmonopol bei dem für
Wettbewerbsfragen zuständigen EU-Kommissar Mario Monti zu beschweren. Jürgen Franz |
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"Der
Edle hat Angst um andere,
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"Selbst
wer am Wasser lebt, verschwende nicht das Wasser"
Chinesisches
Sprichwort
An die Redaktion
"Wirtschaftswoche" Dienstag,
16. April 2002 Betreffs: "Wir lassen nicht locker" in
Heft 16, Seite 28 Der Bundesrechnungshof sollte sich einmal
umsehen, was tagtäglich an den deutschen Haustüren auf Veranlassung des
Staates abkassiert wird. Unsere deutschen Schornsteinfeger kosten uns im Jahr
etwa 1,5 Mrd. €. Gegenleistung ist überwiegend Kehren sauberer Kamine und
nochmaliges Messen der bereits gemessenen Abgase. Das vermag ein
Staatsmonopol, dessen Grundlage im 3.Reich gelegt worden ist.
Gesamtverschwendung über 1 Mrd. € jedes Jahr - keine Peanuts mehr. Das ist
mit ein Standortproblem! Paul Theisen, Böblingen P.S. Lesen Sie nach in www.schofeg.de. |
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"Die
hinterhältigste Lüge ist die Auslassung"
Simone de
Beauvoir
Eine Meisterleistung an
bewusster Irreführung Der Artikel "Kritik am Monopol der
Kaminfeger" trifft leider nur die Spitze des Eisberges und ist zudem
irreführend. Wird das Thema Schornsteinfeger in den Medien behandelt, so ist
offenbar ein gerüttelt Maß an unterwerfender Ehrfurcht vor den
schwarzgewandeten "Glücksbringern" mit im Spiel. Die in dem Artikel
wiedergegebenen Antworten des befragten Schornsteinfegerobermeisters Gula sind
eine hervorragende Meisterleistung an bewusster Irreführung der
Öffentlichkeit! Wer den Jahresumsatz eines Zweimannbetriebes von
240 000 DM so herunterspielt, wie Herr Gula es tut, handelt unredlich.
Tatsache ist, dass die Fixkosten bei den Schornsteinfegern äußerst gering
sind: kein Materialverbrauch; gearbeitet wird außer Haus; die Arbeitsgeräte
passen in den Kofferraum eines PKW. Somit resultiert der Jahresumsatz eines
Kehrbezirks fast nur aus Arbeitsentgelten. Tatsache ist auch, dass die
ausgeführten Tätigkeiten in der Zeitvorgabe zu hoch veranschlagt sind. Dies
ist auch die Ursache ständiger Klagen über die überhöhten Stundensätze der
Schornsteinfeger. Ein im gnadenlosen Wettbewerb tätiger
Zweimann-Handwerksbetrieb wird kaum eine knappe Viertelmillion durch Handarbeit
im Jahr erwirtschaften. Der Schornsteinfeger kann nur kehren und messen.
Dagegen werden vom landläufigen Handwerker gestalterische und werteschaffende
Fähigkeiten vorausgesetzt. Zudem ist sein Arbeitstag länger als der eines
Schornsteinfegers. Wie kam es zu einem derart Ärgernis erregenden
Missstand? Als die Holz- und Kohleöfen allmählich durch Öl- und Gaskessel
ersetzt wurden, verminderte sich auch der zu Kaminbränden neigende fette Ruß.
Gas verursacht keinen Ruß, Öl verbrennt heute auch nahezu rußfrei. Bei den
Heizkesseln schlägt ohnehin keine brandauslösende Flamme in den Kamin. Somit
hätten die einst zur Brandverhütung auf den Plan gerufenen Schornsteinfeger
allmählich wieder gehen müssen. Seit der elektrische Strom für Licht und
Antriebe sorgt, gibt es auch keine Gaslaternenanzünder und Lokomotivheizer
mehr. Nur noch wenige Schornsteinfeger wären heute notwendig gewesen, um in
mehrjährigem Zyklus die körnigen Verbrennungsrückstände aus den Kaminen zu
kratzen. Doch statt weniger sind es immer mehr
Schornsteinfeger geworden. Man übertrug ihnen zunächst das ihnen wesensfremde
Abgasmessen. Sodann erfand man noch eine bis dahin unbekannte
Feuerstättenschau und schließlich gelangten auch noch die Abgasrohre in die
Obhut der Schornsteinfeger. Gab es 1984 in Baden/Württemberg bereits 623
Kehrbezirke, so sind es 1991 schon 891 gewesen, mit weiterhin steigender
Tendenz auf maximal 944. Die in dem Artikel erwähnte Reform verringerte deren
Zahl nur um etwa 1%. Wäre Herr Gula nach der Steigerungsrate der Minutenkosten
im Jahre 2000 befragt worden, so hätte er wahrheitsgemäß 39% bekennen müssen.
Er nannte aber nur die 2,6% Steigerungsrate vom Jahr darauf, ohne weiter
hinterfragt zu werden. In der Tat erbrachte die Reform im Jahre 2000 eine
Steigerung der Minutenkosten von 1,25 DM auf 1,74 DM, die Herr Gula geschickt
verschwieg. Die Reform schuf auch eine bislang im Arbeitslohn enthaltene
zusätzliche Wegepauschale von 10,30 DM. Ich musste nach der Reform bei
gleicher Tätigkeit des Schornsteinfegers 15% mehr bezahlen, andere vermutlich
etwas weniger. Trotz einer knappen Halbierung der Wegezeiten entlastete die
Reform die Betroffenen im Schnitt um lediglich die genannten 1%. Wie gelangten die Schornsteinfeger zu ihren
jetzigen Privilegien? Ein weithin verbreiteter Aberglaube gewährt den
Schornsteinfegern einen Schonraum an Nachsicht. Als sich beachtet fühlende
"Glücksbringer" versuchen sie, mit ihrem Logo "Zum Glück
gibt's den Schornsteinfeger" sich ins rechte Licht zu rücken. Da es
heute nur noch wenig zu kehren gibt, drohen sie mit der Angstkeule und
stellen den Kamin als ein Topgefahrenpotential dar. Dafür müssen Spinngewebe,
Vogelnester, tote Vögel, Zollstöcke und wer weiß was nicht alles herhalten.
Ein jeder dieser Gegenstände kann den Kamin verstopfen und den Abzug des
hochgiftigen Kohlenmonoxyds verhindern. Also muss der deutsche Kamin Jahr für
Jahr dringend gekehrt werden. Erhebungen über die Zahl an verstopften Kaminen
liegen erstaunlicherweise nicht vor. Wohl wird im Internet eine Statistik
veröffentlicht, die den Erfolg des jährlichen Kehrens suggeriert. Demnach
sterben in Deutschland pro Jahr nur 10 Menschen an Kohlenmonoxydvergiftung,
dagegen in Belgien derer 200-300. Setzt man diese Zahlen in Relation zur
Bevölkerungszahl, so sterben in Belgien 160-240 mal mehr Menschen an
Kohlenmonoxydvergiftung wie in der Bundesrepublik. Das verdanken wir mithin
dem glückbringenden deutschen Schornsteinfeger! Noch erfolgreicher ist der unbändige Drang der
Schornsteinfeger, sich ins rechte Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Bei
unzähligen Gelegenheiten erscheinen sie auf der Bildfläche. Welches Handwerk
macht ihnen das schon nach. Es ist kaum vorstellbar, dass unser
Ministerpräsident zu Neujahr ein paar gestandene Schornsteinfeger zu sich
bestellt, um sich eine schwarze Puppe im Blitzlicht der Kameras überreichen
zu lassen. Die Öffentlichkeitsarbeit lässt man sich
natürlich was kosten. Jährlich zahlen die Schornsteinfeger Baden-Württembergs
knapp 3 Mill. DM an ihre Innung. Während üblicherweise Handwerksmeister ehrenamtlich
in den Innungen tätig sind, sind bei den Schornsteinfegern 7 Meister von der
Arbeit freigestellt. Dass diese nicht Däumchen drehen, liegt auf der Hand!
Jedenfalls halten Beamte des Wirtschaftsministeriums und der Landratsämter
den Schornsteinfegern auf Biegen oder Brechen die Stange. Vor kurzem beauftragte - aufgrund des Unmuts in
der Bevölkerung - der "Zentralverband des deutschen
Schornsteinfegerhandwerks" das Forsa-Institut mit der Durchführung einer
"Kundenzufriedenheitsanalyse". Diese fiel erwartungsgemäß zugunsten
der Schornsteinfeger aus. Auch deren Ergebnisse stehen im Internet unter der
Obhut der Schornsteinfeger. Kein Handwerk ist im Medium Internet
personenbezogen so stark vertreten wie unsere 20 000 Schornsteinfeger mit
ihren 2,5 Mrd. DM Jahresumsatz. Paul Theisen, Böblingen |
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"Durch
die Lüge wird der Mensch
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10/1998 Nur Verschwendung von Steuergeldern? ... Neben den Steuergesetzen gibt es aber noch
andere, die den Bürger ungebührlich sofort zur Kasse bitten. Es sind dies
diverse Verordnungen staatlicher Dienstleistungen. Eine davon ist das
Schornsteinfegerwesen. Dieses schreibt Arbeiten vor, die in ihrer Häufigkeit
überflüssig sind: Völlig überflüssig ist das alljährliche Kehren des Kamins
samt Kontrolle oder gar Kehren des Rauchrohres. Oberflüssig ist auch die
alljährliche Emissionsschutzmessung. Kamin und Rauchrohr sind - den natürlichen
Auftrieb nutzende - überdimensionierte Abgasleitungen. Kehrte man den Kamin
nur alle 10 Jahre, so änderte sich nichts! Die nahezu rußfreien schwebenden
festen Partikel in den Abgasen fallen ohnehin größtenteils von selber auf die
Kaminsohle herab, wie sich jeder vor dem Kaminkehren überzeugen kann. Die
Querschnittsverengung des Kamins durch die sich ablagernden, noch
verbleibenden Reste ist unwesentlich. Der Beruf des Schornsteinfegers
ursprünglichen Zweckes - vor 300 Jahren wegen der häufigen Kaminbrände ins
Leben, gerufen - hat somit im großen und ganzen seine Schuldigkeit getan. Bei
den heute üblichen Öl- und Gasheizungen schlägt keine, Flamme mehr in den
Kamin, die zu Bränden führen könnte. Die Schornsteinfeger verteidigen die
Notwendigkeit ihres jährlichen Kehrens mit angsterregenden Szenarien wie
Verstopfen des Kamins durch Vogelnester und Spinnengewebe. Da den Schornsteinfegern in den 70er Jahren die
Arbeit auszugehen drohte, betraute man sie zusätzlich mit der Kontrolle der
Abgase von Heizkesseln. Dieses Geschäft betreiben sie nun mit Fleiß - Jahr
für Jahr. Sie kontrollieren sogar dann, wenn der Heizungsbauer den Brenner
zuvor justiert hat. Den Autowerkstätten wird die optimale Einstellung des
Motors geglaubt - aber nicht den Heizungsbauern die des Brenners? Warum nicht?
Ich erinnere an Artikel 3 des Grundgesetzes. Die weit übertriebene Sorgfalt in Sachen
Heizkessel würde, übertragen auf unsere Autos, einen vierteljährlichen
Abgastest beim TÜV erfordern. Die Bundesrepublik ist in etwa 8000 Kehrbezirke
eingeteilt, deren jeder von einem Bezirksschornsteinfegermeister betreut
wird, unterstützt von einem Gehilfen. Der Kehrbezirk garantiert ein
Jahreseinkommen von zur Zeit etwa einer Viertelmillion Mark. Kein Wunder, daß
die tariflich bezahlten Gehilfen nach Ablegung einer Meisterprüfung und
mindestens 10 Jahren Tätigkeit, versessen nach einem Kehrbezirk sind. Die
Schornsteinfeger haben als beliehene Unternehmer einen Quasibeamtenstatus:
unkündbar, mit Rückendeckung durch die vorgesetzte Behörde; vor allem sind
sie ohne Konkurrenz. In Baden-Württemberg erhöhte sich sogar die Zahl der
Kehrbezirke seit 1985 um 43 Prozent auf 891. Insgesamt kassieren die
Schornsteinfeger in der Bundesrepublik etwa 2 Milliarden Mark jährlich. Das
ist die Hälfte der Kosten des dualen Systems. Es entspricht auch in etwa den
Kosten für die zukunftsorientierte Max-Planck-Gesellschaft mit ihren
kapitalintensiven 78 Forschungsstätten, bei nahezu gleicher Personalstärke.
Dort aber bangen hochmotivierte Wissenschaftler ständig um ihren Job. Von den Schornsteinfegergebühren sind wir alle
betroffen - indirekt auch die Mieter. Ich bin der Meinung, daß die hohen
Kosten für das Schornsteinfegerwesen um 90 Prozent reduziert werden können,
ohne daß Sicherheit und Umwelt Schaden litten. Das erfordert jedoch ein
Zurückstutzen sowohl der überflüssigen Arbeiten als auch der jetzt überhöhten
Gebühren. Lohnt sich das? Auch Kleinvieh macht Mist! Paul Theisen, Böblingen |
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Kaminfegen: Unsinnig und teuer Zum Artikel "Kritik am Monopol der
Kaminfeger" vom 2. Juni: Ulrich Pfeffers Kritik am Gebiets- und
Kehrmonopol der Schornsteinfeger ist berechtigt. Diese in höchstem Maße
unsinnige Regelung gibt es ansonsten nur noch in abgeschwächter Form in
Österreich und in den östlichen Departements Frankreichs. In allen anderen Ländern der EU sind Kaminkehrer
freie Unternehmer wie bei uns Bäcker, Maler oder Flaschner. Sie werden von
ihrer Klientel angefordert, wenn diese eine Kaminreinigung für notwendig
erachtet. Die Preise für ihre Dienstleistungen richten sich nach der Markt-
und Konkurrenzsituation. Von staatlicher Regulierung der Gebühren keine Rede,
und vergleichsweise preiswert sind auch deren Leistungen. Jedem betriebswirtschaftlich Vorgebildeten
sträuben sich die Haare, wenn er sieht, dass er "seinem"
Kaminkehrer das tägliche Bad(!), seine Berufskleidung, sein Büro(!) und
andere Kostenfaktoren, die jeder andere Handwerker über seinen Stundensatz
finanzieren muss, bezahlen darf. Was nun die von den Kaminkehrern für so wichtig
erachteten "Messungen" angeht: Sie werden mit weitgehend
automatisierten "Messgeräten" durchgeführt. Der Kamin kehrer muss
nur die richtige Taste drücken. Dass dies nicht immer der Fall ist, weiß ich
aus leidvoller Erfahrung. Für eine Nachfolgemessung darf der
"Zwangsklient" noch einmal "Gebühren" entrichten. Herrn Pfeffers Wunsch nach Hilfe aus Brüssel
muss ich enttäuschen: Eine Intervention lehnte der für Wettbewerb damals
zuständige Kommissar Van Miert, den ich auf das unsinnige Monopol der
Kaminkehrer aufmerksam machte, strikt ab. Begründung: Die EU-Kommission fühlt
sich nicht zuständig, da es sich um Bundes- und Landesrecht handelt und
außerdem ein spezifisch deutsches Problem ist. Jürgen Franz, Mühlacker |
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Dieser Brief an die Redaktion der FAZ ist die
Reaktion auf einen ===> FAZ-Artikel vom 19.06.2001 Als ich Ihren Artikel gelesen hatte, fragte ich
mich, ist es eine Zeitungsente oder ist es ein Aprilscherz. Schornsteinfeger
können den Kamin kehren und ihr eingeübtes Messverfahren tätigen. Gute Leute
werden für andere Dinge als die genannten bezahlt. Allein in BW sind 7
Schornsteinfegermeister für Aufgaben tätig, die ich public relation nennen
möchte, andere sagen Propaganda. Darauf sind Sie mit Ihrem Artikel
hereingefallen. Es gibt in der BRD keinen anderen Beruf, der mit so geringer
Besetzung (17 000) soviel von sich reden macht und gemäß seiner geringen
beruflichen Anforderung uns so teuer zu stehen kommt, nämlich mehr als 2,5
Mrd. DM/Jahr. Nun sollen Schornsteinfeger beraten.
Wärmedämmung ist eine schwierige Materie, bei der vieles falsch gemacht wird.
Ohne theoretisches Wissen und große Erfahrung kann man den zu Beratenden ganz
schön aufs Kreuz legen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass ein Architekt
oder Bauingenieur die Beratung eines Schornsteinfegers je ernst genommen hat.
Sollten willfährige Beamte und Politiker der
Schornsteinfegerberatung gesetzliche Unterstützung liefern, hätte man den
Bock zum Gärtner gemacht. Ich wundere mich, mit welch genauen Zahlen die
Leute um sich werfen. Wo nehmen sie die nur her? Einer Homepage der
Schornsteinfeger entnahm ich, in der BRD würden pro Jahr 10 Personen an
CO-Vergiftung sterben, in dem kleinen Belgien dagegen einige hundert. Also
lebt man dank der Schornsteinfeger bei uns sicherer als in Belgien und
anderswo. Das setzt sich in den Köpfen fest und man lässt die
Schornsteinfeger gewähren. Ich möchte Sie dringend bitten, von den
Schornsteinfegern nur von neutraler Seite geprüfte Daten zu veröffentlichen. Mit freundlichem Gruß Paul Theisen |
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Die Schornsteinfeger wollen sich als
Energieberater etablieren Die Schornsteinfeger wollen
künftig in ganz Deutschland Energieberatungen anbieten. Diese sollten nach
einer einheitlichen Regelung teilweise oder vollständig über eine Umlage oder
aus Steuermitteln finanziert werden. Dies hat der Bundesinnungsmeister Eugen
Steichele auf dem Bundesverbandstag der 8100 deutschen
Schornsteinfegermeister in Kassel gefordert. Die Schornsteinfeger sähen sich
als ideale, produktunabhängige Berater. Sie verwiesen auf positive
Erfahrungen mit einer entsprechenden Regelung in Hessen. Dort beraten die
Schornsteinfeger die Hausbesitzer schon seit 1989. Die Kosten der ersten
"Initialberatung" beispielsweise für eine Modernisierung der
Heizung, eine Fenstersanierung oder den Einbau von Dämmstoffen belaufen sich
auf etwa 150 DM je Einfamilienhaus. In Hessen werden sie über eine Umlage von
1,50 DM finanziert, die mit den Kehrgebühren erhoben wird. Der Verband verweist auf eine
Analyse von 100 000 Beratungen in Hessen, wonach l DM Beratungsgebühr
Investitionen von 17 DM ausgelöst habe. Die Initialberatung soll den Anstoß
geben im Einzelfall 40 bis 70 Prozent der Heizenergie zu sparen. Der Verband
meint, nach den Erfahrungen in Hessen könne der Energieverbrauch in ganz
Deutschland um 3,34 Mrd. Kilowattstunden im Jahr verringert werden, wenn die
Initialberatung überall angeboten werde. Dies entspreche dem Verbrauch von
170 000 Einfamilienhäusern. Zudem könne der Kohlendioxydausstoß um mindestens
800 000 Tonnen im Jahr sinken. Schon die Kontrollen der
Heizungen durch die Schornsteinfeger nach der Kleinfeuerungsanlagenverordnung
führten zur Einsparung von 115 Mill. Liter Heizöl und 60 Mill. Kubikmeter
Erdgas im Jahr. Damit ließen sich 86 000 Einfamilienhäuser beheizen. Zudem
sorgten die Schornsteinfeger für Sicherheit. In Luxemburg mit nur 400 000
Einwohnern sterben nach Verbandsangaben im Jahr drei bis fünf Menschen an
einer Kohlenmonoxyd-Vergiftung, weil die Abgasanlage ihrer Heizung nicht wie
in Deutschland regelmäßig kontrolliert und anschließend repariert wird.
Anstoss- Energieberatung durch
Ihren Schornsteinfeger Ergebnis einer Pilotstudie: 3,5 Tonnen CO2 jährlich |
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Helmut Ostberg * Freiburgerstraße 13 G * D 12623
Berlin Redaktion des Spiegel 10117 Berlin per Fax: 203875-23/22/12 Berlin,
23.02.02 Leserbrief: "Nicht so leicht wie im
Film" (Spiegel 7/2002) Sehr geehrter Herr Mathias Gebauer, der "große Lauschangriff" ist doch
keine neue Erfindung der heutigen Sicherheitsbehörden und diese brauchen sich
auch nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, wie sie z. B. Schornsteinfeger zur
"Informellen Mitarbeit" zwingen können. Ich bekam vor über 30 Jahren eine Publikation
über den seit Jahrhunderten betriebenen Missbrauch der Schornsteinfeger als
"Lauscher" und verdeckte Ermittler für die "Sicherheitsbehörden"
in die Hände. Darin wird beschrieben, dass dieses Gewerk im
Mittelalter noch die Bezeichnung "Spitzel" hatte, weil sie meist
sehr kleine Menschen waren und/oder als Kinder in die offenen Kamine
kletterten und den Ruß mit dem Schultereisen unter gefährlichen und
gesundheitsschädlichen Bedingungen abkratzten. Als Beweis ihres Erfolges
mussten sie aus dem "Spitzel" (Dachfirst) winken, um ihren
kärglichen Lohn zu empfangen. Das heutige Synonym für "Spitzel" ist
erst entstanden, als die damaligen "Sicherheitsbehörden" aus der
Not eine "Tugend" machten und sie als verdeckte Ermittler oder
Lauscher missbrauchten. Um ihre Beobachtungen schnell zu übermitteln haben
sie mit den schmutzigen Händen die vorher für die "Vergehen"
(Ketzerei, Hexerei, Wilderei, unerlaubtes Schlachten usw.) vereinbarten
Zeichen an die Wand "angeschwärzt", damit die Häscher und Henker
die "Bekehrung" durchführen konnten. Die Kinder
"spielten": "Wer hat Angst vor dem Schwarzen Mann". Die "Sicherheitsbehörden" erfanden zur
Vertuschung neue Berufsbezeichnungen und erklärten diese dann zu
"Glücksbringern". In der NS-Zeit wurde 1937 von H. Himmler als
SS-Reichsminister und Chef der Gestapo unter dem Vorwand der Feuer- und
Brandsicherheit eine "Verordnung über das Schornsteinfegerwesen"
nach dem Muster für Gestapo-V-Leute erlassen. Schornsteinfeger erhielten
"Kehrbezirke" nach politischer Zuverlässigkeit, Angehörigkeit zur
NSDAP bzw. Auszeichnung mit dem Blutorden oder Goldenem Parteiabzeichen, nach
Ihren besonderen Verdiensten bei der Machtergreifung usw. Diese VO wurde 1969, nach Erlass der
Notstandsgesetze und der 68-er Bewegung von den Sicherheitsbehörden (Gehlen
als Chef des BND) unter Kiesinger, Heinemann und Schiller als sog.
"Schornsteinfegergesetz" fast wörtlich vom Volk unbemerkt nur in
Deutschland wieder aktiviert. Da inzwischen die offenen Kamine verschwanden,
das Kehren keinerlei handwerkliches oder sonstige Kenntnisse voraussetzte
wurde das selbständige Kehren unter Strafandrohung verboten. Schornsteinfeger haben heute zwar keinen
Einfluss auf die Sicherheit von Feuerungsanlagen, aber quasi den Status eines
Beamten, obwohl sie nicht vereidigt sind, keiner Schweigepflicht unterliegen,
keine Produkthaftung übernehmen, aber willkürlich und ohne "Gefahr in
Verzug", ohne Durchsuchungsbefehl usw. zu jeder Zeit in jede Wohnung und
alle Räume eindringen dürfen, wenn es die "Sicherheitsbehörde"
verlangt. Auch die GEZ, die Steuerfahndung, die Bau- Grün- Umwelt-
Immissionsschutz- Finanz- usw. -Ämter bedienen sich gerne dieses Gewerks. Zur Beruhigung ihres Gewissens erhalten sie
"Amtshilfe", besondere Privilegien und Stundenverdienste zwischen
350,- bis 750,- DM bezogen auf die effektive Arbeitszeit. Zahlen müssen alle
80 Mio. Bundesbürger, ob Mieter oder Eigentümer, weil vielleicht ein oder 2
Kriminelle überführt werden könnten. Neu ist nur, dass sie statt der rußigen
Hände jetzt Handys und Kameras benutzen. Mit freundlichen Grüßen! Helmut Ostberg |
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Leserbrief in der Saarbrücker Zeitung vom
07.03.02. Wo gibt es in diesem Gewerbe überhaupt noch
etwas Preiswertes? Überschrift: Der schwarze Mann darf nicht ran
vom 01.02.02. Bei dem 1937 eingeführten Schornsteinfegergesetz
ist das Verfallsdatum der schwarzen Zunft im Westen der BRD mit Datum 1945
und im Osten mit dem Fall der Mauer abgelaufen. Nur haben es viele Menschen immer noch nicht
gemerkt, da ja das ganze Gewerbe einen etwas behördlichen Charakter hat. Nun
müssen für die rund 17000 Schornsteinfeger neue Stellen her, indem sie als
Energieberater sich ein zweites Standbein schaffen dürfen, so die
Vorstellungen des Bundesinnungsmeisters Steichele auf dem Bundesverbandtag in
Kassel. Ich bezeichne dies als eine
Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Die Kosten sollen teilweise oder auch
vollständig über eine Umlage oder aus Steuermitteln finanziert werden.
Kostenvoranschläge u. Beratungen von Fachbetrieben sind übrigens kostenlos.
Zuerst dachte ich an einen verfrühten Aprilscherz, doch bei der Lobby u.
Rückenstärkung durch Politiker muss man die Sache doch leider ernst nehmen. Aufgrund dieser neuen Einnahmequelle hat sich
wohl auch der Landesinnungsmeister Thielen zu der Behauptung hinreißen
lassen,, dass die Schornsteinfeger konkurrenzlos gutachterliche Tätigkeiten,
ja sogar auch noch preiswert die Energieberatung ausüben könnten u. sollen.
Wo gibt es bei diesem Gewerbe überhaupt etwas preiswertes? Bei einem hochgerechneten Stundenlohn von
mehreren hundert Euro kann keine Rede von Peanuts mehr sein. Da die Energieberatung
ein äußerst komplexes Thema ist, nach meinen Erkenntnissen gibt es auch keine
Umschulungen zum Energieberater durch die Arbeitsämter, werden die
Architekten oder Bauingenieure die Beratungen der Schornsteinfeger wohl kaum
in Anspruch bzw. ernst nehmen. Da das Schornsteinfegergewerbe eh ein nationales
Problem darstellt, sollte man sich doch etwas bedeckt halten, sonst läuft das
Fass schneller über als Schornsteinmann denkt. ... Axel Locher, Püttlingen |
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Böblingen,
den 03.04.2002 Schattenwurf der Korruption Gemäß dem Bundeskriminalamt liegt die Korruption
in Deutschland im "Dunkelfeld in beachtlicher Höhe" (Eva Busse
"Im unteren Viertel" F.A.Z. vom 25.3.2002). Es sind immer wieder
die Parteispendenskandale welche die Korruption ins Blickfeld rücken. Dort
handelt es sich um Millionen - um Milliarden geht es bei verdeckter
Korruption. Korruption gedeiht zwar im Dunkeln. Aber sie
wirft Schatten, der sie verrät! Indizien sind in der Regel größere
Anschaffungen oder Investitionen der jeweils Begünstigten. Indizien sind aber
auch gesundem Menschenverstand widerstrebende behördliche Verordnungen, die
begünstigten Gruppen zugute kommen, der Allgemeinheit aber zum Schaden
gereichen. Ist der Gunsterweis zudem mit Sicherheitsmaßnahmen und
Umweltschutz verquickt, wird er allzu leicht zu einem Tabuthema, das ungern
aufgegriffen wird. Überdies ist in solchen Fällen die korrupte Komponente
schwer zu durchschauen. Seit mehreren Jahren befasse ich mich intensiv
mit einem Regelwerk, das sich durch Richtlinien und Verordnungen mit höchster
Perfektion auszeichnet: dem Staatsmonopol "Schornsteinfegerwesen",
welches weltweit einmalig ist. Seine gegenwärtige Struktur erlangte es 1935,
als man das gesamte "Reich" in Kehrbezirke einteilte, und diese mit
systemkonformen Schornsteinfegern besetzte. Auf dieser Basis ließ sich ein
Spitzelsystem installieren, wie es sich ein totalitärer Staat nicht besser
wünschen konnte. Der viermalige Hausbesuch im Jahr bot dazu eine einmalige
Gelegenheit. Jüngste Meldungen des Spiegel (7/2002), dass auch in heutiger
Zeit noch davon Gebrauch gemacht wird, sind bisher nicht widerlegt worden. Das heutige Schornsteinfegerwesen ist
föderalistisch aufgebaut. Die Länder gestalten die Ausführungsbestimmungen,
der Bund segnet sie ab. Im Rückblick offenbart sich eine raffinierte und
erfolgreiche Zielstrebigkeit, die einen vom allmählichen Absterben bedrohten
Beruf nicht nur zu erhalten, sondern mit neuen Befugnissen auszustatten in
der Lage war. Man bediente sich dabei wohlwollender Behörden, und zog
Tätigkeiten an Land, die eher den Technischen Überwachungsvereinen und dem
einschlägigen Handwerk zugestanden wären. Es war lediglich die räumliche Nähe
der modernen Feuerstätten zu dem sich in den Händen der Schornsteinfeger
befindlichen Kamin, die dieselben für neu zu schaffende Tätigkeiten
prädestinierte. Was hat das Schornsteinfegerwesen mit seinen
schwer durchschaubaren Verordnungen mit Korruption zu tun? Die
Ausführungsbestimmungen, genannt Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO), werden
von Ministerialbeamten erlassen, die in der Regel in den
Wirtschaftsministerien sitzen. Die Beamten lassen sich fast ausschließlich
von Leuten beraten, die die Schornsteinfegerinnungen hauptamtlich zur
Verfügung stellen. Es sind die fähigsten Köpfe unter den Schornsteinfegern:
in der Regel Schornsteinfegerobermeister. Keines der üblichen Handwerke mit
seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten kann sich derartiges leisten. Die Symbiose
von Ministerialbeamten und Schornsteinfegern erbrachte bisher keine erhöhte
Sicherheit trotz mehrerer neuer Verordnungen. Damit wuchs die Anzahl der
benötigten Schornsteinfeger und dementsprechend auch die Kosten. - Dies ist
der Korruption erster Schatten! Wer finanziert das System der
Schornsteinfegerlobby? Jeder Inhaber eines Kehrbezirks überweist etwa 1%
seiner Einnahmen an seine Innung. So kommen in der Bundesrepublik jährlich
etwa 15 Mill. € zusammen. Auch dies macht keines der üblichen Handwerke den
Schornsteinfegern nach. Die Lobbyisten der Schornsteinfeger umlungern neben
den bereits genannten Tätigkeiten bei jeder passenden Gelegenheit
einflussreiche Beamte und Politiker. An Neujahr hat man sich schon an sie
gewöhnt. Jeder einflussreiche langgediente Spitzenpolitiker besitzt
mindestens eine Schornsteinfegerpuppe als Maskottchen, die ihm an einem der
zurückliegenden Neujahrstage überreicht worden ist. Bei der Konstitution des
neu gewählten Bundestages sind die "Glücksbringer" in ihren
schwarzen Uniformen auch zur Stelle. In den Medien kommen die Schornsteinfeger stets
vorteilhaft zur Geltung. Um den Jahreswechsel bringt fast jede
öffentlich-rechtlich Fernsehanstalt irgendeinen - die Schornsteinfeger
vorteilhaft darstellenden - Film, der das abergläubische Image der
"Glücksbringer" weiter verstärkt. Eine hohe Ministerialbeamtin in
NRW darf sich mittlerweile schon Ehrenschornsteinfegermeisterin nennen. Der
Wirtschaftsminister von BW beehrte innerhalb eines Jahres drei
Schornsteinfegerveranstaltungen mit seinem persönlichen Erscheinen. Januar
2002 überreichte er einem der "verdienten
Oberschornsteinfegermeister" das Bundesverdienstkreuz persönlich.
Gegenseitige Huldigungen noch und noch! Klopft man neben den in den letzten Jahrzehnten
erlassenen neuen Verordnungen auch noch die Beibehaltung längst überholter Verordnungen
auf ihre Zweckmäßigkeit ab, so ist ein Missverhältnis zwischen Notwendigkeit
und purer Arbeitsbeschaffung unübersehbar. Es wurden Sicherheitsverordnungen
erlassen, denen keine Unfallstatistik zugrunde lag; so dass dieselben keinen
nennenswerten Nutzen zu erbringen vermögen. Die Zeitvorgaben für die
verschiedenen Tätigkeiten der Schornsteinfeger sind weit überzogen. Das
führte in den letzten Jahren zu einer Beschwerdeflut in den Medien, auf die
bisher keine Reaktion erfolgte. Beschwerden und Petitionen werden kategorisch
mit den fadenscheinigsten Begründungen von den Beschwerdeverursachern
persönlich zurückgewiesen. Jede technische Neuerung, die bisherige
Tätigkeiten der Schornsteinfeger ersetzen könnte, wird im Keime erstickt. -
All diese Fakten sind der Korruption zweiter Schatten! Weitere Schattenwürfe sind auf mittlerweile
zahlreichen Internetseiten ausführlich dokumentiert. Jede der Seiten
schildert monopolimmanente und korrupte Verhaltensweisen. Dies schlägt sich
auch in den dortigen Gästebucheinträgen gehäuft nieder. Das typisch monopolistische Verhalten unseres
deutschen Schornsteinfegerwesens ließ in den 90er Jahren allein in BW die
Zahl der Kehrbezirke um über 50% auf mehr als 900 anwachsen. Mittlerweile
schlagen die jährlichen Kosten für die 17 000 deutschen Schornsteinfeger
bereits mit 1,5 Mrd. € zu Buche. Ein Bruchteil dieser Summe würde genügen, um
Sicherheit und Umweltschutz auf hohem Niveau zu garantieren. Müssen denn
saubere Kamine gekehrt werden? Muss denn ein vom Spezialisten justierter
Heizkessel von einem Schornsteinfeger erneut überprüft werden? Niemand käme
auf den Gedanken, gleiches bei den mit höheren Gefahrenpotentialen behafteten
Elektro- oder Gasinstallationen zu machen. Auf über eine Mrd. € pro Jahr
beläuft sich das durch Korruption im deutschen Schornsteinfegerwesen
verschwendete und damit veruntreute Kapital! Der Eigenheimbesitzer bezahlt
missmutig die geforderten Gebühren; der Mieter stöhnt unter der Last hoher
Wohnnebenkosten. Alle Ansätze, diesem Missstand Einhalt zu gebieten, sind
bislang gescheitert. Paul Theisen, Böblingen |
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An die Redaktion "Wirtschaftswoche" Dienstag,
16. April 2002 Betreffs: "'Wir lassen nicht locker"
in Heft 16, Seite 28 Der Bundesrechnungshof sollte sich einmal
umsehen, was tagtäglich an den deutschen Haustüren auf Veranlassung des
Staates abkassiert wird. Unsere deutschen Schornsteinfeger kosten uns im
Jahr etwa 1,5 Mrd. €. Gegenleistung ist überwiegend Kehren sauberer Kamine
und nochmaliges Messen der bereits gemessenen Abgase. Das vermag ein Staatsmonopol, dessen Grundlage
im 3.Reich gelegt worden ist. Gesamtverschwendung über 1 Mrd. € jedes Jahr! Paul Theisen, Böblingen |
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An Sonntag aktuell Fax-Nr . 0711 7205 930 Sonntag, 2.
Juni 2002 Zu "Eine Gesellschaft lebt in den Tag
hinein" Kolumne von Meinhard Miegel am 2.6.2002 Prof. Miegel trifft den Nagel auf den Kopf, wenn
er mangelndes Reproduktionsvermögen und Bequemlichkeit unserer Gesellschaft
anprangert. Dass er aber mangelnde Solidarität und Ellbogengesellschaft
ausschließlich dem Bürger anlastet, widerspricht den Tatsachen. Würde unser Staat in zahlreichen Lebenslagen
nicht mit schlechtem Beispiel vorangehen, so wäre es mit der Solidarität
seiner Bürger besser bestellt! Üppige Selbstbedienungsmentalität unserer
Politiker und zahlreiche weltfremde Verordnungen sind ein fruchtbarer
Nährboden für die von Miegel verurteilten Mängel. Ich möchte dies an einem einzigen Beispiel
demonstrieren: Wir Deutsche - aber nur wir Deutsche - müssen ertragen, dass
jeder Kamin, ob sauber oder nicht, mindestens einmal im Jahr vom staatlich bestallten
Schornsteinfeger zu kehren ist. Wer sich ein neues Auto kauft, muss
frühestens in 3 Jahren zum TÜV. Wer sich aber eine neue Öl- oder
Gasheizanlage anschafft, muss dulden, dass sein Schornsteinfeger nach 3
Jahren schon zum vierten Mal die neue Anlage "bearbeitet". Was wird
mehr strapaziert - Auto oder Heizanlage? Der ADAC ließe sich derartiges nicht
bieten! Jenseits der Grenze schüttelt man den Kopf über das deutsche
"Schornsteinfeger-Syndrom". Der deutsche Staatsbürger hat längst
resigniert und verweigert die beklagte Solidarität. Paul Theisen, Böblingen |
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F.A.Z. An die Redaktion Leserbriefe Per Fax -Nr. 069 7591 1743 Dienstag,
3. Oktober 2002 Den folgenden Beitrag bitte ich Sie zu
veröffentlichen. Es ist an der Zeit, dass sich auch die F.A.Z. in ihrem
redaktionellen Teil des aktuellen ("WiWo", "Focus" und
"Spiegel") vielbeachteten Schornsteinfegermonopols annähme. Betreffs: "Abgewürgter Neustart" von
Manfred Schäfers Der Leitartikel der F.A.Z. vom 2.10.02 (Manfred
Schäfers "Abgewürgter Neustart") geht mit der gegenwärtigen
Steuerdiskussion hart ins Gericht. Gleichzeitig verurteilt der Bund der
Steuerzahler die verantwortungslose Verschwendung der knappen Mittel von
Bund, Ländern und Kommunen. Dass aber auch außerhalb der Staatseinnahmen
jeder von uns direkt oder indirekt ungebührlich zur Kasse gebeten wird, fällt
bei diesen Debatten völlig unter den Tisch. Die Rede ist von den hohen Gebühren der zumeist
nutzlos verrichteten Dienstleistungen der Schornsteinfeger, die einer privat
finanzierten ABM gleichkommen. Da müssen saubere Kamine regelmäßig gekehrt
werden, die Abgase der Heizkessel müssen Jahr für Jahr (Autos nur alle 2
Jahre) überprüft werden - auch wenn es der Heizungsfachmann bereits getan
hat. Wer sich weigert, erfährt Repressalien, letztendlich verschafft die
Polizei Zutritt. Diese Ausgaben fallen unter die hohen
Wohnnebenkosten, um die sich nicht einmal die Hausbesitzerverbände kümmern.
Denn deren Mitglieder sind überwiegend sich bei ihren Mietern schadlos
haltende Vermieter. Die Verbraucherverbände lassen Monopolmacht links liegen.
Die 17 000 Schornsteinfeger kosten uns jährlich 1,5 Mrd. €, von denen über 1
Mrd. zuviel für nutzloses Tun verschwendet werden. So griffen beherzte Bürger zur Selbsthilfe und
formierten sich im Internet mit dem Ziel, das in der Nazizeit errichtete und
in der BRD auf die Spitze getriebene Schornsteinfegermonopol zu kippen. Ein
Ziel ist auch die Wiedererlangung des Vertrauens in einen
"reformmuffligen" Staat. Jedes der Mitglieder dieser bundesweiten
"Interessengemeinschaft gegen das Schornsteinfegermonopol" hat
bittere Erfahrungen mit selbstherrlichen monopolgeschützten Schornsteinfegern
und der sie hegenden Behörde hinter sich. Ein Netzwerk mehrerer
zielgerichteter Homepages existiert bereits. Paul Theisen, Böblingen |
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Dienstag,
3. Oktober 2002 An die Redaktion Leserbriefe Zu Ihrem Artikel vom 2.10.02 "Staat
verschleudert Milliarden-Summe". Bundesrechnungshof und Steuerzahlerbund kümmern
sich leider nur um fiskalische Verschwendung. Daneben gibt es Bereiche, in
denen der Staat seinen Bürgern das Geld in kleiner Münze von Privilegierten
aus der Tasche ziehen lässt: Das ist in erster Linie die ABM für die
hochbezahlten Schornsteinfeger. Dieses antiquierte Monopol bürdet jedem von
uns Dienstleistungen auf, die völlig überflüssig sind. Da müssen saubere
Kamine regelmäßig gekehrt werden, die Abgase der Heizkessel müssen Jahr für
Jahr (Autos nur alle 2 Jahre) überprüft werden - auch wenn es der
Heizungsfachmann bereits getan hat. Wer sich weigert, erfährt Repressalien,
letztendlich verschafft die Polizei Zutritt. Diese Ausgaben fallen unter die hohen
Wohnnebenkosten, um die sich nicht einmal die Hausbesitzerverbände kümmern.
Denn deren Mitglieder sind überwiegend sich bei ihren Mietern schadlos
haltende Vermieter. Die Verbraucherverbände lassen Monopolmacht links liegen.
Die 17 000 Schornsteinfeger kosten uns jährlich 1,5 Mrd. €, von denen über 1
Mrd. zuviel für nutzloses Tun verschwendet werden. So griffen beherzte Bürger zur Selbsthilfe und
formierten sich im Internet mit dem Ziel, das in der Nazizeit errichtete und
in der BRD auf die Spitze getriebene Schornsteinfegermonopol zu kippen. Ein
Ziel ist auch die Wiedererlangung des Vertrauens in einen
"reformmuffligen" Staat. Jedes der Mitglieder dieser bundesweiten
"Interessengemeinschaft gegen das Schornsteinfegermonopol" hat
bittere Erfahrungen mit selbstherrlichen monopolgeschützten Schornsteinfegern
und der sie hegenden Behörde hinter sich. Ein Netzwerk mehrerer
zielgerichteter Homepages existiert bereits. Paul Theisen, Böblingen |
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10.
November 2002 An Sonntag aktuell - Leserbriefe Fax-Nr . 0711 7205 930 An die Redaktion von "Sonntag
aktuell", als kritischer Staatsbürger kommen mir zuweilen
Ihre Artikel gelegen, um mir in Form eines Leserbriefes Luft zu machen. Ich
vermisste bisher bei Ihnen leider eine kritische Stellungnahme zu einem mir
und vielen anderen auf den Nägeln brennenden Problem: dem
Schornsteinfegermonopol. Dieses Ärgernis, mittlerweile von den großen
Nachrichtenmagazinen aufgegriffen, mobilisierte in jüngster Zeit eine Schar
von Gegnern diese Monopols, die mit legalen Mitteln diesen auf Aberglauben,
Folklore und Nostalgie aufgebauten Schwindel zu entlarven versuchen. Wir
nennen uns "Interessengemeinschaft gegen das
Schornsteinfegermonopol". Die Politik ließ uns bisher noch im Stich.
Schließlich gilt der Schornsteinfeger nach allgemeiner Auffassung als der
Garant für Feuersicherheit und Umweltschutz. Diese Mär und noch viele andere
schlachten die gut betuchten Lobbyisten der Schornsteinfeger weidlich aus und
versuchen durch angstmachende Szenarien und Kompetenzgehabe in punkto Umwelt
noch weiteres Terrain zu gewinnen. Falls Sie interessiert sind, finden Sie auf
meiner Homepage und noch weiteren dort angegebenen Verweisen genügend Stoff
zu diesem Thema. Das Thema Dr. Döring behandle ich auf den ersten beiden
Verweisen von www.schofeg.de/skandaloeses.html. Ich stehe Ihnen aber auch gerne beratend zur
Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Paul Theisen Mein Leserbrief zu diesem Thema lautet: Zu "Geld in der Kasse" Ernst Elitz trifft mit seiner schonungslosen
Schelte an die Politiker den Nagel auf den Kopf. In fast regelmäßiger Folge
aufgedeckte Schmiergeldzahlungen lassen erkennen, dass Interessengruppen
eine, politische Entscheidungen stark beeinflussende, Macht besitzen. Wenn sogar unser Landeswirtschaftsminister sich
bei jeder passenden Gelegenheit zu Treffen schwäbischer Schornsteinfeger
begibt, diesen in Lobeshymnen für ihre unersetzliche Tätigkeit zum Brand- und
Umweltschutz immer wieder dankt, schließlich dem ersten unter ihnen das
Bundesverdienstkreuz in seinen Wohnort überbringt, kann man von der
gegenwärtigen politischen Klasse keinen Regulierungsabbau erwarten. Kaum ein
anderes Gesetz ist deregulierungsbedürftiger als das in die Kritik geratene
Schornsteinfegermonopol. Um allem die Krone aufzusetzen, ernannten die
schwäbischen Schornsteinfeger Minister Döring auch noch zu einem der Ihren.
Als frischgebackener Ehrenschornsteinfeger präsentierte er sich im Anschluss
an seine ehrenvolle Ernennung in Pforzheim beim "Textiltag
Südbaden" in Lauchringen großkotzig in schwarzer Uniform. Kann man von
Kanzler Schröder anderes erwarten, wenn gar einer von der FDP sich so
aufspielt? Paul Theisen, Böblingen |
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Der Zeitungsartikel
Landesverband der
Schornsteinfeger feiert in Pforzheim sein 50-jähriges Bestehen Von unserem Mitarbeiter Norbert
Kollros PFORZHEIM. Baden-Württembergs
Schornsteinfeger treten in diesen Tagen in Pforzheim ans Licht der
Öffentlichkeit: Am Ort der Gründung ihres Landesverbands vor exakt 50 Jahren
findet bis Donnerstag nicht nur der Verbandstag der "schwarzen
Zunft" statt, die "schwarzen Männer" werden auch feiern - eben
das 50-jährige Bestehen ihres Landesinnungsverbands. "Das Land wurde im April 1952 gebildet und
wir konstituierten uns gerade mal ein halbes Jahr später. Wir sind damit eine
der ältesten Innungen dieses Landes", so Landesinnungsmeister
Hans-Ulrich Gula gestern in einem Vorgespräch mit Journalisten zu den
bevorstehenden Veranstaltungen im CongressCentrum Pforzheim. Demnach findet am heutigen Dienstag eine interne
Landesdelegiertenkonferenz statt, morgen schließt sich eine Tagung mit
Fachvorträgen rund ums Thema Heizen und Umwelt an, und am Donnerstag ist die
eigentliche Jubiläumsveranstaltung des Landesverbands, bei der als Festredner
der baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring zu den
erwarteten rund 450 Gästen sprechen wird. Keine Monopolstellung Das Gespräch mit den Medien gestern nutzten Gula
und seine Vorstandskollegen Peter Fellmeth und Hans-Peter Kächele zur
Darstellung der Leistungen ihrer Branche für die Sicherheit der Bevölkerung
und zum Schutz der Umwelt, also mit der Überwachung von Feuerungsanlagen
sowie neuerdings der Energieberatung. Gula widersprach dabei einer
landläufigen Meinung vom Monopol der Schornsteinfeger. Nach seiner
Darstellung erfülle seine Branche hoheitliche Aufgaben im Auftrag des Staats,
nach seiner Interpretation eine Form von Privatisierung, wie sie heute für
viele Bereiche gefordert werde. Wie Gula berichtete, würden seine Berufskollegen
bei den regelmäßigen Kontrollen und Messungen immer wieder eine große Zahl
von Missständen bei den Feuerungsanlagen feststellen, die Beanstandungsquote
bezifferte er auf rund zwei Prozent. Eine Hochrechnung habe ergeben, dass
durch die Senkung der Abgasverluste und der damit verbundenen Erhöhung des
Wirkungsgrads der Feuerungsanlage auf der Basis von 2001 erfolgten Messungen
im Land rund 27 Millionen Liter Heizöl und acht Millionen Kubikmeter Gas
eingespart hätten werden können. Gleichzeitig sei damit die Umwelt von
zigtausenden Tonnen Schadstoffen entlastet worden. Aber auch durch Wärmedämmung und andere
vergleichbare Verbesserungen am Haus könne der Energieeinsatz verringert
werden. Gula nannte ein Einsparpotential von rund 30 bis 40 Prozent. Wie er
sagte, seien viele seiner Kollegen nach entsprechender Weiterbildung in der
Lage, den vom Umweltministerium initiierten Energie-Spar-Check neutral
durchzuführen. Dabei erhalte der Hauseigentümer für eine
Pauschale von 75 Euro eine Bewertung seiner Immobilie und Vorschläge, wie er
sinnvoll und effektiv seinen Energieverbrauch reduzieren könne. Dies sei auch
ein Stück Wertschöpfung für den Staat, verdeutlichte Gula. Knapp 500
Hausbesitzer hätten vergangenes Jahr diesbezüglich Verbesserungen mit einem
Investitionsvolumen von rund 9,3 Millionen Euro veranlasst, was dem Staat ein
Mehrwertsteueraufkommen von 1,5 Millionen Euro beschert habe. Demgegenüber
stünden nur 67 000 Euro Aufwand durch Fördermittel seitens des Landes. Landesweit rund 1850 Mitarbeiter Nach Darstellung des Verbands gibt es im Land
exakt 932 Betriebe analog der Zahl der behördlich fixierten Kehrbezirke. In
diesen Betrieben sind rund 1850 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 160
Auszubildende. Wobei die einstige Männerdomäne langsam aufgeweicht werde, es
gebe landesweit bereits 30 Meisterinnen und aktuell 25 weibliche
Auszubildende. Der Umsatz der Branche wird landesweit auf 116
Millionen Euro taxiert, was einem Durchschnittswert pro Kehrbezirk von 125 000
Euro entspricht. Dieser Umsatz wird heute zu 60 Prozent durch Kehr- und zu 40
Prozent durch Prüfungsarbeiten erreicht. |
Der Leserbrief
Kehrbezirk als Lizenz zum
Gelddrucken? Zum MT-Bericht "Für Sicherheit und den
Schutz der Umwelt" vom 22. Oktober: Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher
Eloquenz und mitunter brillanten Rhetorik die obersten Lobbyisten des
Schornsteinfegerhandwerkes zugange sind, wenn es um das so genannte
Schornsteinfeger-Monopol geht, das den Herren der schwarzen Zunft ein gutes
Einkommen auf Kosten ihrer Zwangsklientel sichert. Es ist geradezu anmaßend und schlicht falsch,
wenn der Landesvorsitzende der Schornsteinfeger-Innung, Hans-Ulrich Gula, das
Monopol der Schornsteinfeger in Zweifel zieht. Als oberster Lobbyist seiner Zunft
mit besten Beziehungen zum Landeswirtschafts- und -umweltministerium müsste
ihm ein Gesetz aus dem Jahre 1935 bekannt sein, das vom damaligen Reichstag
zu Großdeutschlands Zeiten verabschiedet wurde und den Kaminkehrern das so
genannte Kehrmonopol bescherte. Dieses Gesetz, von demokratisch legitimierten
Regierungen mehrfach novelliert, schreibt nämlich das Kehrmonopol zwingend
vor. Es ist richtig, dass Kaminkehrer von Bund und Ländern mit öffentlichen
Aufgaben "beliehen" werden. Herr Gula verschweigt jedoch geflissentlich,
dass die Schornsteinfeger damit einen beamtenähnlichen Status erlangen, der
dem "Bezirksschomsteinfegermeister" erlaubt, seine Zwangsklientel
fast nach Belieben abzuschöpfen und zu schikanieren. Darüber kann ich einen
ganzen Roman schreiben! Hinzu kommt noch, dass die Kaminkehrer seit der
Einführung der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung in den 70er Jahren des
abgelaufenen Jahrhunderts auch noch mit der "Messung" von
Kleinfeuerstätten, wie die Öfen in Wohnungen im Amtsdeutsch heißen, betraut
wurden. Offensichtlich wussten die zuständigen Ministerialbeamten nicht, was
sie der Bevölkerung antaten, als sie die Messung der Haushaltsöfen den
Kaminkehrern übertrugen. Messkompetenz war damals und ist nach meinen
leidvollen Erfahrungen auch heute noch nicht vorhanden. Es wäre viel sinnvoller gewesen, die
Immissionsschutzmessungen dem Sanitär- und Heizungsbauerhandwerk zu
übertragen, wo erstens die fachliche Kompetenz zur Messung von
Heizungsanlagen zuhause ist, zweitens auch sofort fachmännischer Rat
eingeholt werden kann. Da in den 70er Jahren immer mehr Gasheizungen in
den Häusern installiert wurden und Gas fast rückstandsfrei verbrennt, wurde
die schwarze Zunft notleidend. Also hat man den Kaminkehrern ein zweites
Standbein mit den Immissionsschutzmessungen verschafft. So war beiden Seiten,
nämlich den Kaminkehrern und dem Bund und den Ländern gedient. Die Rechnung
durften - wieder einmal - die Hausbesitzer und Mieter zahlen. Der "Bezirkskaminfegermeister"
bekommt, in der Regel vom Regierungspräsidium, einen "Kehrbezirk"
zugeteilt, für den er alleine verantwortlich zeichnet. Er hat dort das
Monopol, kein anderer Kollege darf in diesem Bezirk tätig werden. Die Preise
für seine "Leistungen" werden jährlich vom Landeswirtschaftsministerium
festgesetzt, wobei drastische Aufschläge keine Seltenheit sind. Das Monopol
geht soweit, dass eine vom Heizungsbauerfachbetrieb eingemessene
Heizungsanlage vom zuständigen Kaminkehrer nochmals "gemessen" und
der Eigentümer dafür selbstredend zur Kasse gebeten wird. Der Kehrbezirk als
Lizenz zum Gelddrucken? Es stellt sich nun die Frage, warum die
Kaminkehrer ein Monopol haben müssen, um ihre Aufgaben zu erledigen. Die
Statistiken weisen in anderen Ländern ohne Kehrmonopol auch keine häufigeren
Brände oder Erstickungstote auf, als im überregulierten Deutschland. Bleibt noch anzumerken, dass es allen
Hausbesitzern und Mietern frei steht, sich über das Kehrmonopol bei dem für
Wettbewerbsfragen zuständigen EU-Kommissar Mario Monti zu beschweren. Jürgen Franz |