Plädoyer für zeitgemäßes Handeln rund um den Schornstein


"Besser umkehren, als irre gehn"

Deutsches Sprichwort


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Zeitgemäßes Handeln rund um den Schornstein

Brände sind eine der vielen Gefahren, denen die Menschheit ausgesetzt ist. Kaminbrände riefen einst die Schornsteinfeger auf den Plan. Diese kehrten regelmäßig die Kamine, und die Feuersbrünste nahmen ab. Durch den technischen Fortschritt kamen sie fast gänzlich zum Erliegen.

Der technische Fortschritt brachte uns neue Gefahren ins Haus. Eine herausragende Gefahrenquelle ist die vielseitige Anwendung der Elektrizität. Sie aber erforderte kein besonderes Berufsbild, welches den heutigen Tätigkeiten der Schornsteinfeger gleichkommt. Berufsverbände, wie der 'Verband deutscher Elektrotechniker' (VDE), forderten hohe Sicherheitsstandards der angewandten Elektrogeräte. Hohe Anforderungen wurden an das Elektrohandwerk gestellt, das die stromführenden Leitungen und Anschlüsse errichtete. Das genügte allen!

Warum muss es bei den simplen Kleinfeuerungsanlagen mit ihren primitiven Abgaskanälen, dem Rauchrohr und dem Schornstein, anders sein wie bei den komplexeren Elektroanlagen. Höhere Sicherheitsanforderungen als bei den Elektroanlagen sind weggeworfenes Geld! Warum wird uns bei den Kleinfeuerungsanlagen dennoch eine besondere Sicherheitsinstanz aufgehalst? Das auch noch in Gestalt der merkwürdigerweise nicht abgehalfterten Schornsteinfeger.

Nur die noch verbliebenen Holz und Kohle verfeuernden Kleinfeuerungsanlagen erfordern ihres emittierenden Rußes wegen ein Kaminkehren. Andere Kamine brauchen nicht gekehrt zu werden! Bei einer höchst unwahrscheinlichen Verstopfung der Abgaswege wird ohnehin automatisch abgeschaltet. Die Überwachung der vorgeschriebenen Sollwerte der Anlage erledigt das Fachhandwerk. Es gibt keinen plausiblen Grund, dessen Messwerte von einer besonderen Instanz kontrollieren zu lassen. Die Abgassonderuntersuchungen der Kfz (ASU) durch das Fachhandwerk werden selbstverständlich anerkannt. Warum nicht die der Heizungsbauer?

Die Zeiten der das Straßenbild bereichernden Schornsteinfeger sind endgültig vorüber. Dort wo Kehren notwendig ist lässt es sich - ohne behördlichen Zwang - mit Hilfe weit überhöhter Feuerversicherungsprämien für Kehrverweigerer, erzielen. So machen es andere Länder mit Erfolg. Die Abgasuntersuchung durch das Heizungsfachhandwerk muss die gleiche Glaubwürdigkeit besitzen wie die Kfz-ASU der Autofachwerkstätten.

Die vielbeschworene Neutralität der Schornsteinfeger ist eine Mär. Die streng zentral organisierten Schornsteinfeger besitzen eine mafiaähnliche Struktur und Macht, wenn auch mit anderen Auswirkungen. Sie sind in der Lage, im Zuge ihrer mittlerweile schon praktizierten Beratertätigkeit, ein Unternehmen durch negative Empfehlung gezielt in den Ruin zu treiben. Diese Schlüsselstellung der Schornsteinfeger ist auch der Grund, weshalb sich die Hersteller von Heizanlagen und die Fachhandwerker um ein besonders gutes Verhältnis zu den Schornsteinfegern bemühen. Solche Abhängigkeiten sind wettbewerbsschädlich und gehen auf Kosten der Verbraucher.

Das Monopolverhalten der Schornsteinfegerlobby verhindert aber auch jeglichen technischen Fortschritt, sofern er den Schornsteinfegern in die Quere kommt. Die sogenannten eigensicheren Kleinfeuerungsanlagen garantieren einen ständigen optimalen Betriebszustand. Sie konnten sich bisher in Deutschland nicht durchsetzen. Denn sie machen den Schornsteinfeger überflüssig! Jede kontinuierliche Anlagenüberwachung ist effektiver und billiger als die jetzige punktuelle Überwachung durch den Schornsteinfeger. Damit mindert sie gar die Umweltbelastung. Doch wen interessiert es, da es nicht im Sinne der Schornsteinfegerlobby ist!

Jede Beratertätigkeit durch die Schornsteinfeger ist aus dem gleichen Grund schädlich und damit überflüssig. Die steigenden Energiepreise verbunden mit ökonomischem Denken, die institutionellen Verbraucherberatungen, die Verbraucherzeitschriften und nicht zuletzt die Mund-zu-Mund-Propaganda bieten bei allen Neuanschaffungen, sei es ein Elektrogerät oder sei es das neue Auto, ausreichende Hilfestellung. Eine konstitutionelle Beratung bei der Anschaffung einer neuen Kleinfeuerungsanlage ist daher überflüssig.

Siehe auch "Kollision des Schornsteinfegergesetzes mit dem Grundgesetz"