|
|
Liebe
Schornsteinfeger
Heinz-Leo Laturell Ihr habt's ja nun wahrhaftig nicht leicht. Ihr,
die ihr ganz Deutschland mit einer so wichtigen Aufgabe betreut. Ihr bewahrt
uns davor, dass dieses Land nicht abfackelt und seine Einwohner nicht
reihenweise den CO-Tod sterben. Ich denke, ihr, eure Arbeit wird nicht
ausreichend gewürdigt. Alle schimpfen auf euch, weil ihr doch angeblich
nichts tut und dafür auch noch so viel Geld verlangt. Nein, ihr verlangt es
ja gar nicht, ihr bekommt es nur, denn nicht ihr legt die Höhe fest, sondern
die Behörde. Also, eigentlich könnt ihr ja gar nichts dafür, dass eure so
wichtige Tätigkeit so teuer ist. Da hab` ich echt Mitleid mit euch. Dabei ist
es doch nun wirklich klar, dass ohne euch nichts mehr geht. Ihr seit die
letzten Kontrolleure der Nation, auf die noch wirklich Verlass ist. Gar nicht auszudenken was geschehen würde, wenn
wir mit dem Pfusch der Kamin - und Heizungsbauer leben müssten. Auch das, was
ihr für die Umwelt tut, ist so wichtig, dass ich jedem von euch das
Bundesverdienstkreuz geben möchte. Na ja, vielleicht habt ihr ja nicht so
viel lernen müssen wie andere in ihrem Beruf, ich meine handwerklich und so.
Obwohl das Einführen und richtige Bewegen eines Kehrbesens ist schon so 'ne
Sache, das kann eben nicht jeder, insbesondere dann, wenn der Stahlkamin einer
Heizung auch noch so sauber ist, dass eigentlich nur Staubpartikel zu
entfernen sind. Die sind nämlich besonders schwer herauszuputzen, weil man
sie noch nicht einmal sieht und nach dem Fegen nicht sicher ist, ob sie nun
wirklich auch entfernt sind. Eigentlich habe ich ja gar keinen richtigen
Schornstein mehr. Es ist ein Stahlrohr ganz sauber und blank und da es nach
oben hin auch noch offen ist, regnet es hinein, was ja gar nicht so schlimm
ist, weil er dann irgendwie immer sauber ist. Mein Bezirksschornsteinfeger
meint, er habe schon Vogelnester aus Schornsteinen entfernen müssen, deshalb
sei's eben wichtig, dass er immer fegt und kontrolliert. Aber eigentlich ist
er ja gar nicht "mein" Bezirksschornsteinfegermeister, denn er
gehört mir ja nicht und ich möchte ihn auch gar nicht haben. Ich hab` ihn mal
gefragt, was geschieht, wenn ein Vogel sein Nest, was er ja eigentlich gar
nicht tut, einen Tag nach seiner Reinigung in den Kamin baut. Na ja, da
wusste er auch nicht so recht weiter und meinte, das wäre eher
unwahrscheinlich. Gott sei Dank sagte ich, sonst müsste er, also der Feger,
ja jeden Tag in meinen Kamin schauen und bürsten, aber dazu hat er keine Zeit
und außerdem könnte ich das tägliche Kehren auch gar nicht bezahlen. Für ihn
wär´s gut, denn dann käme er nur noch zu mir und hätte nicht mehr den großen
Aufwand und sich von Haus zu Haus sein kläglichen Einkommen
"erkehren". Das mit dem Umweltschutz verstehe ich auch nicht
so recht. Also! Mein Feger wohnt 50 Kilometer von mir weg, das heißt eigentlich
von seinem Kehrbezirk. Eigentlich müsste er ja in meiner Nähe wohnen, so
steht´s im Gesetz, aber wen interessiert das schon. Nun gut, also er und sein
Geselle fahren an ca. 200 Tagen im Jahr zusammen täglich 200 Kilometer. Das
macht 40 000 Kilometer im Jahr und bei einem Spritverbrauch von 6 Litern auf
100 Kilometer pro Fahrzeug, sind das sage und schreibe 2400 Liter Treibstoff.
Ich denk mir halt, was pusten die doch `ne Menge Dreck in die Luft um
angeblich zu verhindern, dass von Gas - oder Ölheizungen Dreck in die Umwelt
geblasen wird. Also, verstehen kann ich`s nicht, aber da haben die wohl ihre
eigene Logik. Übrigens, ich habe mir jetzt in meinem Garten
Vogelschornsteine aufgestellt. Was das ist? Na ja, das sind Nistschornsteine
für Vögel, die sonst in meinem Kamin bauen würden. Leider nehmen die Vögel
diese schönen Nistschornsteine nicht an. Ich hab jetzt einen Ornithologen,
also wenn ihr nicht wisst, was das ist, das ist ein Vogelkundler, also
genauer, einen Professor für Vogelkunde gefragt, warum die Vögel meine
Nistschornsteine nicht annehmen. Na, hat er gesagt, Vögel sind ja gar nicht
so dumm, wie wir manchmal glauben, die bauen keine Nester in aufrechte
Röhren, weil sie da keinen Halt finden und zu wissen scheinen, dass sie so
gar keinen Schutz haben. Aber Störche bauen doch manchmal auf Kaminen, aber
wenn sie das dann tun, sieht man`s. Jetzt stehen meine Nistschornsteine im
Garten und nur der Schornsteinfeger ist an ihnen interessiert. Er, also der Feger sagt, wenn ich nicht
nachweisen kann, dass ich die Nistschornsteine nicht nutze oder auch nicht
brauche, dann wird er sie fegen, weil das Vorschrift sei. Nun, er ist schon
sehr gewissenhaft der Feger, wenngleich mich das auch viel Geld kostet, aber
Vorschrift ist Vorschrift und da er meint, ich könnte ja heimlich auf die
Idee kommen, doch mal einen Ofen daran anzuschließen, kontrolliert er immer,
wenn er zu mir kommt diese Schornsteine. Manchmal geht er auch durch das
ganze Haus, in jeden Raum, so als suche er etwas ganz Bestimmtes. Dann ist's mir
richtig unheimlich zumute und ich weiß nicht so recht, was er eigentlich
sucht. Aber er hat's mir erklärt. Er macht manchmal wie es Vorschrift ist,
eine so genannte Feuerstättenschau und tatsächlich, der macht daraus 'ne
riesige Schau. Also, was Feuerstätten sind steht auch im Gesetz. Schornsteine
sind Feuerstätten und deshalb geht er durch jedes Zimmer und schaut nach den
Schornsteinen, die durchs Zimmer verlaufen. Nun was er da schaut, wer weiß
das schon besser als er selbst. Aber Vorschrift ist Vorschrift, so ist das
nun einmal und im übrigen will er ja nur mein Bestes! Jedes Jahr im Oktober kommt der Heizungsmonteur
um nach meiner Heizung zu sehen. Ich will ja nicht, dass ich unnötige
Energiekosten habe und außerdem will ich schon gar nicht an den Abgasen
ersticken. Gut, also der arbeitet 1-2 Stunden, putzt und misst, zerlegt und
baut zusammen. Also, meine Heizung ist sauber und o.k. meint er dann immer.
Der Heizungsbauer sagt mir, eigentlich ist das ja Unsinn mit der Messung. Je
nach Wetterlage fällt sie schon einmal besser oder schlechter aus und
überhaupt, wer garantiert, das nicht schon eine Stunde später die Werte nicht
mehr stimmen. Oh Gott, denke ich, da müsste ja der Feger auch zum Messen
täglich zu mir kommen. Nur das nicht, da könnte ich ihm ja gleich meinen
Haustürschlüssel überlassen. Apropos Haustürschlüssel! Dem Feger kann ich den
Zutritt in mein Haus nicht verwehren, ich muss ihn einlassen und wenn ich´s
nicht tue, dann kommt er mit Polizei und Feuerwehr und bricht bei mir ein.
Was die so alles dürfen. Irgendwie macht mir das Angst, weil ich mich in
meinem Haus gar nicht mehr so sicher fühle. Ein Richter soll sogar
entschieden haben, dass ich den Feger ins Haus lassen muss und der sich nicht
einmal auszuweisen braucht. Jetzt stelle ich mir vor, es käme jemand auf die
Idee sich als Feger zu verkleiden und verlangt dann unter Androhung der
Polizei in mein Haus einzutreten. Was mache ich denn da? Nun ja, also ein
paar Tage nach dem Heizungsbauer später kommt der Feger zu mir. Der steht da
wie ein strenger Beamter, hat einen schwarzen Koffer bei sich. Nein,
natürlich nicht für's Geld, da hat er sein Messgerät drin. Ganz wichtig und
gewissenhaft geht er ans Werk und kontrolliert meine Heizung, oder besser
noch, die Arbeit des Heizungsmonteurs. Der Brenner ist nicht sauber und die
Werte stimmen nicht sagt er, ich kann die Heizung so nicht abnehmen. Oh Gott denke ich, da hat doch der
Heizungshandwerker mir 2 Stunden etwas vorgegaukelt. Nun, das ist kein
Problem, dann muss er eben wieder kommen und auf seine Kosten die Prozedur
wiederholen. Der Heizungsmonteur bestätigt mir, dass das Gerät sauber ist und
die Messergebnisse o.k. sind und will von mir für sein erneutes Kommen
bezahlt werden. Nein, das zahlt jetzt der Feger sage ich ihm und weigere mich
zu zahlen. Nun kommt abermals der Feger und stellt fest, jetzt ist alles
o.k., obwohl doch der Heizungsbauer gar nichts mehr an der Heizung gemacht
hat und will für die Nachmessung ebenfalls wieder eine Gebühr. Jetzt stehe
ich da, habe 2 neue Rechnungen und niemand will sie bezahlen. Also sag ich
dem Monteur, dass er dafür zu haften habe, wenn er seine Arbeit nicht
anständig mache. Ne, sagt der, meine Arbeit war o.k. und dafür dass ich noch
mal kommen musste, obwohl doch alles o.k. war, müsse ich eben auch zahlen.
Also, geh` ich wieder zum Feger und sag dem, dass er für seinen Fehler bei
der Kontrolle haften muss und auch die Rechnung für den Monteur zu zahlen
hat. "Aber nein", sagt der Feger, "ich hafte nicht und wenn
ich feststelle, dass die Heizung nicht o.k. ist, dann ist das eben so"
und wenn ich nicht zahlen würde, lasse er das Geld pfänden. Wahrhaftig eine
schwierige Situation und ich ziehe dabei bestimmt den Kürzeren, denn der
Feger schaltet dann die Ordnungsbehörde ein, die dann ohne nachzufragen bei
mir das Geld sozusagen eintreibt. Ja ja, das ist schon ein Treiben. Ich hab mich mal auf der Ordnungsbehörde, die
für die Kontrolle der Feger zuständig ist erkundigt. Da hat mir einer gesagt:
"Ich versteh davon nix, wenn sich jemand beschwert, dann frage ich den
Feger ob das wirklich so ist und wenn der sagt, dass es anders war, dann ist
das für mich O.K. Außerdem hätten die Feger ja auch ein Kehrbuch, in dem sie
alles. Also, die Kehrungen und Messungen nachprüfbar vermerken und was da
drin steht müsse schon seine Richtigkeit haben. Also, um`s auf den Punkt zu
bringen. Der Feger kontrolliert meine Heizung und die Arbeit vom
Heizungsbauer, dann kontrolliert er sich selbst und ist im Streitfalle auch
noch sein eigener Gutachter. Echt gut, was? Aber mal ehrlich, wer wird sich
unter diesen Umständen den Feger schon zum Feind machen wollen? Mein Nachbar war dieses Jahr schon etwas
schlauer. Er hat gar keine Wartung durchführen lassen und die Heizung nur
optisch etwas aufpoliert. Dann hat er dem Feger erzählt, dass er seine
Heizung vom Installateur habe gründlich reinigen lassen. Der Feger meinte, er
habe selten eine so gut gewartete Anlage gesehen und auch die Messung sei
O.K. Da werd ich noch verrückt. Als ich einmal meinem Feger sagte, dass ich
nicht einsehen könne, nach einer gründlichen Wartung und Messung die selbe
Messung wieder durchführen zu lassen, gab er mir zu bedenken, dass mich
niemand zwinge, meine Heizung vor seiner Kontrolle warten zu lassen, das Geld
könnte ich mir sparen. Ich solle doch zunächst abwarten, ob eine Wartung
überhaupt notwendig sei. Jetzt kapier ich gar nichts mehr. Also, der Feger
begründet seine Kontrolle mit den allgemein schlecht gewarteten Heizungen.
Und wenn ich ihm sage, dass ich meine Anlage jährlich warten lasse, interessiert's
ihn gar nicht. Ich hab mir einen neuen Gasherd gekauft und
selbst angeschlossen. Das darf ich und niemand kümmert sich darum, ob's auch
wirklich richtig ist. Da kann man ja nichts falsch machen, sagt der
Verkäufer, empfiehlt aber doch im Zweifelsfalle einen Fachmann zu holen. Aber
wer ist denn jetzt Fachmann? Ist es der Schornsteinfeger, der ja vielleicht
gar keinen Herd anschließen kann, oder der Installateur? Also, mach ich's
selbst und es hat funktioniert. Zuerst dachte ich, wenn die Feger doch immer
mit meiner Heizung so einen Aufwand betreiben von wegen Russ und Abgas, dann
werd ich wohl beim Kochen ein schwarzes Gesicht bekommen und jedes mal in
Todesgefahr schweben, wegen der Abgase und so. Aber nichts passiert, einfach
so. Ich hab jetzt doch mal versucht bei den Behörden
zu erfahren, was es denn mit dieser Messung auf sich hat und warum die so
wichtig ist. Also, die Leute im Ministerium wissen's, so scheint es mir, auch
nicht so recht. Manch einer plappert so nach, was ihm wohl der Feger geflüstert
hat und da es nun einmal Gesetz ist und man sich an geltendes Recht halte,
habe ich auch keine Chance sachlich dagegen zu argumentieren. Der
Heizungsmonteur sagt mir immer wieder, dass er es erstaunlich findet, dass
die Feger bei ihrer doch recht kargen Sachkenntnis, nicht noch größeren
Schaden anrichten grenze schon an ein Wunder. Na ja, vielleicht haben die ja
mit dem Sankt Florian ein Abkommen, wer weiß es. Ach ja, das mit dem geltenden Recht das kenn ich
auch irgendwo her. Ich hab mal gehört, wie sich ehemalige Grenzer der so
genannten DDR, die auf Menschen schossen oder andere die sie wegen
Nichtigkeiten einsperrten damit rechtfertigten, dass sie sich auf das im
System geltende Recht beriefen. Aber das schon immer so, wenn jemand keinen
Mut hat sich zu wehren oder ihm die Argumente ausgehen, dann beruft man sich
schnell und einfach auf Gesetz und Recht und brauch dann weder nachzudenken
noch etwas zu verändern. Außerdem, wenn´s einem dann auch noch in den Kram
passt, kann man sich gut hinter Gesetzen verstecken. Ja ja, Befehl ist
Befehl. Ich hab ja auch noch einen ganz normalen
Holzkaminofen. Drei mal im Jahr kommt der Feger um den Kamin zu reinigen. Da
ist schon was drin und irgendwie seh` ich's ja ein, dass der Dreck aus dem
Kamin muss, denn wenn der mal dicht ist, dann qualmt es in der Wohnung. Für
die Ofenrohre interessiert sich der Feger nicht, obwohl die immer mit
Flugasche ziemlich voll sind. Also, die Rohre mach ich selbst sauber. Ist
schon 'ne Drecksarbeit und sehr zeitraubend. Ich frag mich, wieso der Feger
um den Kamin so ein Theater macht und sich nicht um die verrußten Ofenrohre
kümmert? Na ja, die könnte er natürlich nicht in ein paar Minuten reinigen
und bei den niedrigen Gebühren lohnt sich der Zeitaufwand nicht. Da ist es
doch einfacher und schneller, mal schnell die Kaminbürste durch den Kamin zu
jagen und den Ruß am Schacht zu entnehmen, das bringt noch echt Kohle, ich
mein natürlich Geld. Es ist irgendwie eigenartig, ich kenne keine
Handwerksgilde die es notwendig hat, ihre Existenz so gesetzlich abzusichern
wie die Feger. Warum auch, der Elektriker und Heizungsbauer, der Bäcker wie
der Metzger, der Schuster und wer weiß wohl noch alles erbringen
Dienstleistungen die ich brauche. Und weil ich sie brauche, stelle ich sie
auch nicht in Frage. Na ja, es wär` schon irgendwie blöd, wenn es ein Gesetz
gäbe, dass mir vorschreibt, dass ich meine Brötchen nur vom Bäcker holen darf
uns das auch noch von dem, der in meinem Bäckerbezirk seinen Laden hat. Ach
Gott, ich wag's ja gar nicht zu Ende zu denken, wenn ich statt einem, vom
Bäcker kalkulierten Preis, eine Brötchengebühr zahlen müsste, ich beim
Bezirksmetzgermeister meine Wurst kaufen und beim staatlich beliehenen
Schuhmachermeister meine Schuhe kontrollieren lassen müsste, wegen der Unfallgefahr
und so. Wenn ich mir vorstelle, der Staat käme jetzt auch noch auf die Idee,
alle Haushalte von einem Bezirkelektrikermeister jährlich kontrollieren zu
lassen, möcht` ich auswandern. Aber warum eigentlich nicht, die meisten
Unfälle und Brände im Haushalt entsehen ja durch defekte elektrische Anlagen,
falschen Gebrauch elektrischer Geräte oder Überlastung von elektrischen
Leitungen durch zu hohen Leistungsanschluss. Na ja, ich will´s nicht
heraufbeschwören, sonst kommt noch tatsächlich jemand auf die Idee, so die
Zahl der Arbeitslosen, vor allen Dingen der gering qualifizierten zu
reduzieren. Gut, der Schornsteinfeger ist eben kein normaler
Handwerker. Er ist eher so etwas wie ein freiberuflich tätiger Beamter. Ja,
das klingt verrückt, aber bei uns in Deutschland gibt's so was schon seit der
letzten großen Diktatur. Ich hab so die Vermutung, dass die Feger selbst
wissen, an welchem Unsinn sie da so festhalten. Nein, nicht das ich's nicht
verstehen könnte. Die haben quasi nichts gelernt, benehmen sich wie
Hoheitsbeamte, ziehen eine Schau ab, dass ich das Gefühl habe einen
Hollywoodstar vor mir zu haben und blasen sich auf wie ein Ballon, der zwar
immer dicker wird, aber auch innen gleichfalls hohler. Was sollen sie denn
tun, wenn's dieses Gesetz nicht mehr gäbe, wenn ich mir in Zukunft den Kamin
von einem Fachmann reinigen lasse und die Arbeit meines Heizungsmonteurs
anerkannt wird? Kein Mensch braucht sie mehr und will sie auch nicht. Die
sitzen echt auf der Straße und vergrößern nur das riesige Heer der
Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger und dann werden sie doch wieder aus
meinem Topf bezahlt. Aber ich denke, die verstehen's schon, sich ganz
wichtig zu machen. Wenn hie und da mal ein Staatssekretär oder ein Minister
ein Jubiläum hat, stehen sie in ihren schmucken Uniformen gerne mal Spalier,
oder, ich hab's mal in der Zeitung gesehen, sie stehen in Reih' und Glied und
gratulieren dem Bundeskanzler zur Wahl. Irgendwie find ich's dann auch
widerlich, wie die sich anbiedern. Aber toll find ich's, wie sie so manchen
aus der politischen Riege und ein ganzes Volk "verarschen". Wenn ich den Schornsteinfeger sehe denke ich
manchmal an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. In dem Märchen haben
es die Schneider auch verstanden mit nichts viel Geld zu verdienen und wäre
da nicht ein Kind gewesen, das in seiner Arglosigkeit die Wahrheit gesagt
hätte, hätten sie, also die Schneider auch ein ganzes Volk
"verarscht". Diese Geschichte ist
selbstverständlich frei erfunden und jede Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit
wäre rein zufällig! |
|