Weshalb lassen viele die Schornsteinfeger gewähren?
Es gibt zwei Gruppen von Hausbesitzern, denen der Besuch des
Schornsteinfegers kein Dorn im Auge ist. Eine
weitere Gruppe ist die der Ängstlichen, die sich mit ihrem Schornsteinfeger nicht anlegen möchten. Sie ertragen
lieber dessen Aufsässigkeit, als eine kostspielige, wenn auch sinnlose,
Beanstandung zu riskieren. Die sich noch in der Minderheit befindliche Gruppe
derer, die den Schwindel durchschaut haben, wächst stetig an. Diese Gruppe wird
den Schornsteinfegern zum Verhängnis. - Nun zu den
beiden gefügigen Gruppen:
Die deutsche Obrigkeitsgläubigkeit ist den Schornsteinfegern von großem Nutzen. Ein Teil der
Hausbesitzer zweifelt nicht an der Notwendigkeit der regelmäßigen Hausbesuche
der Schornsteinfeger. Denn sie glauben, daß sich ein
demokratischer Staat Unredlichkeit nicht leisten könne. Daß die kassierten
Gebühren ohne Abstriche in die Taschen der Schornsteinfeger fließen, glauben sie nicht. Denn dafür sind die Gebühren zu
hoch.
Die
zweite Gruppe zweifelt zwar an der Notwendigkeit des regelmäßigen Kaminkehrens,
akzeptiert aber die jährliche Emissionsmessung der Schornsteinfeger. Das sind die Rechner,
denen ihr Schornsteinfeger
die ersparten Kosten eines Wartungsvertrages schmackhaft macht. Sie gehen davon aus, daß
ihre Anlage optimal arbeite, sofern der Schornsteinfeger sie nicht beanstandet. Was sie aber nicht wissen
ist, daß auch unterhalb der Grenzwerte es nicht zum Besten stehen muß. Denn
die, wegen fehlender jährlicher Wartung ungesäuberten, Wärmeübertragungsflächen
im Kesselinneren lassen die Abgasverluste allmählich ansteigen. Der dadurch
verursachte jährliche Mehrverbrauch wird wegen der unterschiedlichen Strenge
der Winter und dem zeitlich variablen Brennstoffeinkauf nicht bemerkt. Allein
diese Tatsache beweist die Untragbarkeit der Entmündigung des Bürgers durch das
Schornsteinfegergesetz. Blindes Vertrauen in eine Institution, deren
Hauptziel eine maßlose Selbstbereicherung ist, schadet nicht nur dem
Vertrauensseligen, sondern auch der Umwelt.