Einem Schreiben an eine staatliche Instanz entnommen
Wer sich wegen des Schornsteinfegerwesens bei
Bundestags-Abgeordneten schriftlich beschwert, wird in der Regel mit Daten abgespeist,
die wortgenau Verlautbarungen des Zentralverbandes der Schornsteinfeger in St.
Augustin entsprechen. Es werden somit Daten einer machtbewußten
Interessengruppe ungeprüft dem Wähler vor Augen geführt, die keiner ernsthaften
Kontrolle standhalten könnten. Damit läßt der Abgeordnete sich widerstandslos
vor den Karren der Schornsteinfegerfunktionäre spannen!
Lug und Trug meiner Schornsteinfeger machten mich
zum Kritiker des Schornsteinfegerwesens. Nicht anders erging es meinen
zahlreichen bundesweiten Mitstreitern. Millionen Bürger meiden jedoch Konflikte
mit ihrem Schornsteinfeger. Denn eine Beanstandung an der Gesamtanlage -
meistens unberechtigt - kann ins Geld gehen. Als Zeitzeuge der NS-Zeit sehe ich
mich in die Pflicht genommen, innenpolitischen Fehlentwicklungen, wie dieser,
den Kampf anzusagen.
Mit unbestreitbarem Erfolg gelang es der
Schornsteinfegerlobby, die das 3. Reich unbeschadet überdauerte, in beiden
deutschen Staaten das Schornsteinfegergesetz nicht nur zu erhalten, sondern es
zur Grundlage weiterer Zwangsmaßnahmen zu nutzen. Ist Ihnen bekannt, daß die Innungsbeiträge
der Schornsteinfeger einsame Spitze sind? Damit läßt sich eine überlaufende
Kriegskasse (lt. "Wirtschaftswoche") finanzieren! Mit infamen Lügen
sind die nicht mehr nennenswerten Gefahren im Heizraum aufgebauscht worden. Das
leistungsfähige Fachhandwerk und der hohe Stand unserer eigensicheren
Feuerungstechnik wurden ignoriert; die menschlichen Urängste vor Feuersbrünsten
und Vergiftungstod wurden geweckt; das wachsende Umweltbewußtsein kam noch wie
gerufen.
Gegen Art.13 GG verstoßend, erlaubt unser Staat
einer privilegierten Kaste das Eindringen in unseren Wohnbereich! Dort werden
Tätigkeiten ausgeübt, die größtenteils weder der Feuersicherheit noch der geschundenen
Umwelt dienlich sind. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der dafür aufgebrachten über
2 Mrd. Euro pro Jahr ist gigantisch! Sorgfältige Analysen beweisen: Die Tätigkeiten
der Schornsteinfeger schaden der Umwelt mehr als sie ihr nützen! Somit sind die
hohen Kosten unverantwortbare Verschwendung von Volksvermögen.
Daß das deutsche Schornsteinfegerwesen keine
Nachahmer fand, sollte denjenigen zu denken geben, die politische
Entscheidungen zu treffen haben. Jegliche Art von staatlicher Bevormundung
lähmt die Eigenverantwortung der Bevormundeten. Warum gilt diese fundamentale Erkenntnis
nicht für deutsche Heizräume, während sie bei der unleugbar gefährlicheren Hauselektrik
angewendet wird? Die hohen Energiepreise sind der Motor zur Kostenminimierung
und damit zur Minderung des CO2-Ausstoßes. Wer glaubt, nur mit dem Kippen des
Monopols sei es getan, betreibt Vogel-Strauß-Politik. Die anhaltend geringe
oder abnehmende Wahlbeteiligung - wie gegenwärtig - geht auch auf das Konto
solch unverzeihlichen Verhaltens der Politiker der großen Parteien.
Wären alle bisherigen Strukturwandel so verlaufen,
wie der äußerst schonende Umgang mit den größtenteils überflüssigen 17.000
Schornsteinfegern, so wäre Deutschland heute ein Schwellenland. Wer dem
ungeschmälerten Erhalt von deren Versorgungskasse den Vorrang gibt, hat für die
Belange der Gesamtbevölkerung wenig im Sinn. Denn eine dringend notwendige
Reform bringt jedem von uns eine Minderung der Wohnnebenkosten. Die einzige
sinnvolle Lösung ist ein marktwirtschaftlich orientiertes System - ähnlich denen
unserer westlichen Nachbarn.
PS: Fragen als Denkanstöße
1. Warum ist das Schornsteinfegergesetz nicht längst
abgeschafft? Den Nazis gab es einst die gesetzliche Grundlage, um mit Hilfe
systemtreuer Schornsteinfeger Einblicke in den Wohnbereich zu gewinnen. Haben
wir nicht menschverachtenden Systemen für alle Zeiten abgeschworen? Genügt uns
nicht das Bundesemissionsschutzgesetz?
2. Warum überwacht und entmündigt uns das
Schornsteinfegergesetz mit seinen nutzlosen Tätigkeiten unter Verletzung des
Art. 13 GG? Die dabei erhobenen Daten betragen nach Schornsteinfegerangaben
etwa 180 Mill. Einheiten pro Jahr!
3. Warum wird der hohe Stand der Technik im Heizraum
ignoriert, damit die Interessen der Schornsteinfeger gewahrt bleiben?
4. Warum werden die von der Schornsteinfegerlobby
verbreiteten Berichte über eine erschreckend hohe Zahl von CO-Toten und Bränden
in Nachbarstaaten ungeprüft übernommen? Erkundigungen bei den Botschaften der betreffenden
Länder entlarven die Angaben der Schornsteinfeger als infame Lügen!
5. Warum findet das deutsche Schornsteinfegerwesen
nirgendwo Nachahmer? - Werfen Sie bitte einen Blick über die Grenzen! Unsere
westlichen Nachbarn wissen, wie man es mit weit geringerem Aufwand und gleicher
Sicherheit besser machen kann!
6. Warum dürfen in Deutschland wegen einer Hand voll
ungekehrter grauer Masse bis zu 50.000 Euro an Zwangsgeldern gepfändet werden?
7. Warum werden Staatsbürger wie Kriminelle
behandelt, wenn sie sich erzwungener sinnwidriger Tätigkeiten der Schornsteinfeger
erwehren wollen?
8. Warum mutet die Bundesregierung uns jährliche
Kosten von über 2 Mrd. Euro zu, deren Löwenanteil zum Erhalt der Pfründen von
8.000 Kehrbezirksinhabern dienen?
9. Warum wird nicht so gehandelt, wie die Kanzlerin
in ihrer Regierungserklärung von 2005 verlauten ließ:
"Denn zu viel Bürokratie raubt uns Freiheit,
und jede Generation muß einmal prüfen: Brauchen wir das, was wir haben,
wirklich noch?"