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"Eher
beginnt der Kuckuck mit dem Nestbau, bevor ein deutscher Schornsteinfeger
eine an ihn gerichtete Frage präzise und wahr beantwortet."
Dem
Aphorismenbüchlein der Sophia entnommen
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Wenn der Schornsteinfeger das Haus betritt, um
bei einer der üblichen Ölheizungen den Kamin zu kehren, liegt ein Teil der
festen Verbrennungsrückstände bereits auf der Kaminsohle. Umso mehr, je
glatter die Kaminwände sind. Rauhe Wände mit gesäuberten Poren wirken auf die
Rückstände wie ein Schwamm. Erst wenn sich die Poren zugesetzt haben, fallen
die Rückstände durch die Schwerkraft herab. Deshalb kehrt der Schornsteinfeger
jedes Mal äußerst gründlich den fast sauberen Kamin - gewöhnlich zweimal rauf
und runter. Damit kommt der Schornsteinfeger der
Erdanziehung zuvor. Zudem weckt zweimaliges Kehren den Eindruck von Sorgfalt.
Bei einmaligen Kehren wäre auch die Lücke zwischen der Zeitvorgabe und der
tatsächlichen Arbeitszeit viel zu groß. Also beschäftigt man sich auch der
Optik wegen etwas länger als notwendig mit dem Kamin. Seit mir klar ist, wie unsinnig häufiges Kehren
des Kamins ist, säubere ich seit einigen Jahren die Kaminsohle, bevor der
Schornsteinfeger kommt. Aus meinem Kamin mit etwa 5 qm rauher Wandfläche
kratzte der Schornsteinfeger zuletzt 140 Gramm, einschließlich steiniger
Reste, aus den Kaminwänden. Als vor Jahren der Geselle nur einmal kehrte, war
es etwa die Hälfte. Sicherlich spielt auch die Qualität des Kehrbesens eine
Rolle. Meine bittere Erkenntnis: Überall dort, wo es
den klebrigen Ruß nicht mehr gibt, steht der Schornsteinfeger - im Interesse
seiner Besitzstandswahrung - in harter Konkurrenz mit der Schwerkraft!
Mehrjährige Kehrabstinenz würde meine These beweisen. Doch den Beweis fürchten die Schornsteinfeger
wie der Teufel das Weihwasser. So entstand bei abnehmendem Rußanfall auch
noch die Angstmache mit den Vogelnestern und anderen Verstopfungsmöglichkeiten
der Kamine. Allein das Kehren als zuverlässige Querschnittskontrolle wird von
den Schornsteinfegern und ihren willfährigen vorgesetzten staatlichen
Schutzpatronen als die Gewähr für zugige Kamine propagiert. Wenn außerdem
auch noch die Brandgefahr heraufbeschworen wird, so ist das eine weitere
Lüge. Resümee: Doppeltes Kehren in häufiger Folge
wetteifert mit der Schwerkraft und weckt zudem den Eindruck von Solidität!
Die Mehrzahl der Leute durchschaut den Schwindel nicht und wähnt sich in
guten Händen. |
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Als email eingegangen am 22.11.2001:
Hallo Paul, Zum glück finde ich deine Seite. Heute morgen
war jemanden bei mir an der tür und sagte mir "Ich bin der
schornsteinfeger" woraufhin ich erwiderte und ich der Blumenhändler. Er
war völlig überfordert und sagte mir er würde meine gastherme kontrollieren.
Ich sagte ihm davon weis ich nichts, und habe ihm die Tür gewiesen. Er war mit dieser situation noch mehr
überfordert. Ich sagte ihm er müsse sich ein termin holen dann würden wir
weiter sehen. Ich bin holländer und seit 6 jahre in
deutschland, habe eine deutsche frau und seit kurzem ein eigenes haus.
Demnach war das das erste mal das ich mit so eine "lizenz zum
gelddrücken" in berührung kam. Ich habe eine karte mit telefonnummer bekommen,
mein personal (ich bin selbständig) gefragt ob die auch den schornsteinfeger
bezahlen würden, das würden die, woraufhin ich gefragt habe warum. Die
antwort erschlug mich total : WEIL ES SO IST, und WEIL MEIN VATER DAS AUCH
SCHON GEMACHT HAT...!!!!! Das sind für mich keine Argumente. Ich habe jetzt in erfahrung bringen können das
es ein Bundesgesetz für emmissionschutz gibt und daran angelehnt sind
verordnungen, bei uns das kehr und überprüfungsordnung des landes
niedersachsen. Die dame vom ordnungsamt schickt mir die gesetze zu damit ich
wenigstens weiss wofür ich bezahle. Meine frage, gibt es eine verein der sich
verweigert diese sache zu zu lassen, und es auf eine verfassungsrechtsfrage
ankommen lässt. Wenn ja wo finde ich die und wie trete ich ein. Mfg Veröffentlicht mit Genehmigung des Absenders. |
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Eine Variante des "homo oecologicus" macht sich hierzulande breit: Die Spezies 'homo ego oekologicus'
Triebfeder ihres Handelns sind Wichtigtuerei und anmaßender Egoismus. Eine ihrer Untervarianten macht sich außerdem noch die Urängste vor Schadensfeuer und neuerdings auch noch vor dem tödlichen Kohlenmonoxyd zunutze. Außerdem profitiert sie auch noch von weitverbreitetem primitivem Aberglauben. Ihre Schutzpatrone sind eine willfährige Beamtenschaft. |
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Er mißt und bestätigt für fürstlichen Lohn Jahr für Jahr, daß der Heizkessel umweltfreundlich arbeite und nur noch einen klitzekleinen Rest Ruß herausblase. Diesen klitzekleinen Rest aber fegt er Ruhigen Gewissens läßt er sich auch das noch versilbern. |
Zur Klarstellung eine vergleichende Gegenüberstellung
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Schornsteinfeger kündigen sich vorher an |
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Schornsteinfeger sind Nutznießer des Gesetzes |
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Schornsteinfeger hocken auf ihren Pfründen |
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Schornsteinfeger werden als Glücksbringer geschätzt |
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Schornsteinfeger nehmen sie in Anspruch |
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Schornsteinfeger pochen auf ihre Fürsprecher |
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Schornsteinfeger biedern sich solchen an |
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Schornsteinfeger leben fürstlich |
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Schornsteinfeger werden zwangsläufig geduldet |
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Schornsteinfeger leben mitten unter ihnen |
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Schornsteinfeger haben ihren eigenen Kehrbezirk |
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Schornsteinfeger zählen sich zu den Handwerkern |
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Schornsteinfeger genießen ihren Ruhestand |
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Schornsteinfeger kassieren sogar für das, was sie nicht taten |
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Schornsteinfeger sind hierzulande immer noch Gegenwart |
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Bei den Goldgräbern ist es das Gold, bei den Schornsteinfegern ist es der Ruß.Bei den Goldgräbern garantiert der Claim
die Schürfrechte. Findet der Goldgräber kein Gold mehr in
seinem Claim, dann verläßt er ihn. |
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Findet aber der Schornsteinfeger keinen Ruß mehr in den Schornsteinen seines Kehrbezirks, dann lassen sich andere für ihn etwas einfallen:Er darf die Kamine weiterhin kehren - nur
nicht mehr so oft. Man erschließt ihm weitere Kehrgründe: Man läßt ihn alle fünf Jahre seine
Kehrobjekte gesondert in Augenschein nehmen, obwohl er sie alle Jahre beim
Kehren sieht. Wer verantwortet diese überflüssigen
sinnlosen und kostspieligen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM)? |
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Man überträgt dem Schornsteinfeger das Messen der Abgase von
Heizungsanlagen, was dem TÜV besser anstünde und der Heizungsbauer in vielen
Fällen ohnehin tut.
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2 Fragt man einen Schornsteinfeger (die maskuline Form schließt Schornsteinfegerinnen ein), warum er uns von Jahr zu Jahr belästigt, um für gutes Geld eine Handvoll Dreck aus dem Kamin zu kehren, so mag er antworten, das verlange das Gesetz. Der Schornsteinfeger hat das Gesetz nicht gemacht, denn er ist nur ein vom Staat beauftragter beliehener Unternehmer. Beriefe sich der Schornsteinfeger statt auf das Gesetz auf Vernunft und Gewissen, so verminderte sich sein Einkommen. Also tut er seine Pflicht! Das fällt ihm sicher nicht leicht. |
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2 Suchmeldung 2: Suche den Schornsteinfeger, der zum x-ten Male Jahr für Jahr erfolgreich die Emissionsmessung bei einer gewarteten Anlage vornahm, bei der er, aufgrund der geringen Menge des Kehrgutes erkennen konnte, dass die Anlage im Jahr nicht mehr Öl verbraucht wie sein PKW Benzin. Der Gesuchte muß aus freien Stücken - gemäß dem Gleichheitsgrundsatz und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn - auch seinen PKW Jahr für Jahr zum TÜV bringen, damit dieser die ASU vornimmt. Was der Heizung recht ist, ist dem Auto billig! Personen, die die genannte Bedingung erfüllen, mögen sich mit vollem Namen in das Gästebuch eintragen. Nur seriöse Einträge werden freigegeben. |
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Es ist unumstritten, daß das deutsche
Schornsteinfegergesetz mit seinen festen Kehrbezirken in der Nazizeit als
Staatsmonopol erlassen wurde. Bot doch das damals mehrmalig notwendige Kehren
der Kamine, samt dem Entfernen des Kehrgutes, einen ebenso oft erzwungenen
Zutritt in die Häuser. Vertraute man diese Tätigkeit regimehörigen
Personen an, so ließ sich die betroffene Bevölkerung einer ständigen
regelmäßigen Bespitzelung unterziehen. Das dürfte auch der Grund dafür sein,
dass "Alte Kämpfer", d.h. langjährige NSDAP-Mitglieder, als
Schornsteinfeger bevorzugt wurden. Die heutigen Schornsteinfeger haben mit dieser
Erblast gewiss nichts mehr zu tun. Dennoch lassen sich in gewissen
Verhaltensweisen Parallelen zu früherem Spitzeltum erkennen. Auf Homepages
werden sogenannte Mängelfotos gezeigt; es gibt sogar ein "Mängelfoto der
Woche". Diese Fotos zeigen Anlagenteile im Heizungsbereich, die
sicherlich als berechtigte Gefahrenquellen gelten mögen. Die Kollegen werden
ermuntert, weitere Mängelfotos zu liefern. Es stellt sich nun die Frage, wie ein mit
Kehrbesen und Messköfferchen ausgestatteter Schornsteinfeger es schafft,
kompromittierende Fotos zu schießen. Gäbe es nicht das
Schornsteinfegergesetz, so wäre allein schon der lästige unerwünschte Besuch
des Schornsteinfegers Hausfriedensbruch. Dass das Schornsteinfegergesetz aber
auch noch erlauben soll, wild darauf los zu fotografieren, ist nicht belegt.
Fotografieren bleibt in §13 des Schornsteinfegergesetzes jedenfalls
unerwähnt. Ich gehe davon aus, dass die betroffenen
Hausbesitzer pflichtgemäß über die dargestellten Mängel - soweit sie in den
Verantwortungsbereich der Schornsteinfeger fallen - in Kenntnis gesetzt
worden sind. Es gehört aber gewiss nicht in den Aufgabenbereich eines
Schornsteinfegers, widerrechtlich erstandene Mängelfotos einer breiten
Öffentlichkeit zum Zwecke der eigenen Imagepflege zu zeigen. Rufschädigend
ist dieses Verhalten zweifellos. Es wäre interessant zu wissen, ob die
betroffenen Hausbesitzer von der Existenz der Mängelfotos wissen; ob sie,
falls dies zutrifft, deren Veröffentlichung zugestimmt haben. Ich erwarte
eine alsbaldige Stellungnahme dazu. Eine Stellungnahme ist nie eingetroffen.
Statt dessen verschwand die Homepage mit den Mängelfotos zum 1.Februar 2002
aus dem Netz. |
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Angstkeule
"Nestbau der Dohlen"
In der Skale der Beweggründe für das Kehren sauberer
Kamine ist immer wieder die Rede von Vogelnestern. Da aber der Nestbau
während der Heizperiode zu Gange ist, dürfte sich kein Vogel der Gefahr der
Verbrennung aussetzen. Abgesehen davon gelingt es keinem Vogel in einen der
üblichen Schornsteine zu fliegen. "Im
Frühjahr nutzen die höhlenbrütenden Dohlen ältere gemauerte Schornsteine in
der Nähe größerer Bäume zum Bau ihrer Nester. Probeweise schmeißen die
intelligenten Tiere Ästchen hinein oder klemmen sie fest. Scheint sich der
Schornstein für ihre Zwecke zu eignen, entsteht schnell ein mit leichten
Materialien ausgepolstertes Nest, das bis zu fünf(?) Meter hoch sein kann.
Wird dann die Heizung angeworfen, entwickelt sich durch die Abgase
Feuchtigkeit im Nest, und der Schornstein setzt sich zu.. ." Es
handelt sich wohl um einen gelegentlich benutzten Schornstein. Es ist die
Taktik der Schornsteinfeger, Exoten von Schornsteinen zu benennen, um mit
ihnen die Vogelnestgefahr zu beweisen. Daraus wird der dringende Kehrzwang
auch sauberer Kamine plausibel gemacht. Wären die
Schornsteinfeger von der Gefahr durch Dohlennester wirklich überzeugt, so
würden sie sich bei den zuständigen Behörden für die pflichtgemäße Anbringung
von Dohlengittern in gefährdeten Bezirken einsetzen, wie es in anderen Fällen
mit Erfolg geschieht. Sie tun es aber nicht, denn es wäre zu ihrem Schaden.
Denn die Angstkeule "Vogelnester" entfiele damit. Angstkeule
"Verstopftes Rauchrohr"
Kein Mensch kümmerte sich bis zum Jahre 1984 um die
Verbindung vom Heizkessel zum Kamin, das sogenannte Rauchrohr. Offenbar gaben
Rauchrohre zu keinerlei Klagen Anlaß. Das änderte sich sprunghaft, als
Professor Rawe im Auftrag des Wirtschaftsministerium (WM) von NRW Messungen
zur Ermittlung der Rückstandsmengen bei der Verbrennung von Öl und Gas
durchführte. Rawe veröffentlichte ein entsprechendes Gutachten. Die
Kehrzyklen durch den Schornsteinfeger wurden daraufhin, wie er mir mitteilte,
in NRW reduziert. Rawe
stellte wohl fest, dass die Rauchrohre in vielen Fällen Rückstände aufwiesen,
sie also nicht regelmäßig gekehrt worden sind. Obwohl bis dahin weder eine
Verstopfung noch ein Rauchrohrbrand nachzuweisen war, wurden die Rauchrohre
dennoch in die Obhut der Schornsteinfeger verwiesen. Die Begründung ist
haarsträubend: "...dass
nicht regelmäßig gekehrte Rauchrohre ein beachtliches Gefahrenpotential
aufweisen, da der Rußbesatz in ihnen am größten ist und erst im Verlauf der
Strömungsstrecke der Rauchgase bis zum Eintritt ins Freie hin abnimmt. Das
Rauchrohr als Verbindungsstück ist als Hauptursache für mögliche Störfaktoren
zu qualifizieren.. ..Wie schon dargelegt, gibt es in Deutschland keine
Statistik, die darüber Auskunft geben könnte, bei wie vielen Bränden
zugesetzte Rauchrohre oder Schornsteine die Brandursache waren". Das Ziel
ist erreicht, den Schornsteinfegern ist eine neue Aufgabe zugeschanzt worden.
Da nun alle Rauchrohre jährlich gekehrt oder kontrolliert werden, pocht man
nun auf die damit erlangte Sicherheit. Dass es auch vorher keine
Zwischenfälle gab, kommt nicht mehr zur Sprache. |
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Jemandem die halbe Wahrheit zu sagen heißt, ihm
die andere Hälfte zu verschweigen. Wer so handelt, greift nicht zur Lüge. Aber er
greift zur Täuschung, da er nicht die ganze Wahrheit sagt. Die Lüge ist leichter zu durchschauen als die
Täuschung. Deshalb wird die Täuschung dann angewandt, wenn man sich mit ihr
Vorteile zu verschaffen sucht. Dem Kontrahenten wird nur die Seite der Medaille
gezeigt, welche die größten Vorteile verspricht. Daraus getroffene Entscheidungen sind
Fehlentscheidungen mit brüchigem Fundament. Den Umgang mit Halbwahrheiten beherrschen die
Schornsteinfeger meisterhaft! |
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Mehr als 25% der Deutschen sind abergläubisch. Lt. Forsa-Umfrage akzeptiert die Mehrheit der
Bevölkerung die Tätigkeit der Schornsteinfeger. Jedes Neujahr bringt die Schornsteinfeger als
Glücksbringer im Kreise unserer politischen Elite in das Licht der Öffentlichkeit.
Worte des Bundeskanzlers: |
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Gegen den Aberglauben ist kein Kraut gewachsen.
Daß aber unsere politische Elite dem Aberglauben durch die Neujahrsempfänge
und anderen öffentlichen Anlässen Vorschub leistet, ist unverantwortlich! In der Bevölkerung herrscht die Ansicht vor,
dass es ohne die Schornsteinfeger zu häufigen Bränden käme und die Umwelt
ohne sie noch größeren Schaden erlitte. Die meisten Menschen wohnen in Miete
und wissen nichts von den hohen Kosten der Schornsteinfeger. Ein Teil der Unzufriedenen stört sich lediglich
an den viel zu hohen Gebühren. Vielfach verbreitet ist die Ansicht, dass dem
Schornsteinfeger nur ein Teil davon gehört. Nur eine winzige Bevölkerungsschicht hat das
Schornsteinfegerwesen durchschaut. Es sind dies zumeist Naturwissenschaftler,
Ingenieure und Techniker, die sich kein X für ein U vormachen lassen. In den folgenden Absätzen skizziere ich zwei der
häufigsten Halbwahrheiten der Schornsteinfeger, mit Hilfe derer sie sich ein
Alibi für ihre unersetzbare gegenwärtige Existenzberechtigung verschaffen. |
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Die Vögel bauen ihre Nester dorthin, wo sie ihre
Brut vor äußeren Einflüssen geschützt sehen. Warum nicht auch an den von
außen zugänglichen Öffnungen unbenutzter oder nur gelegentlich benutzter
Kamine. Dennoch berufen sich die Schornsteinfeger auf
die latente Gefahr der Vogelnester in den Kaminen. Sie weisen auch auf
Vogelkadaver hin, die den Kamin verstopfen könnten. Es gibt keine Statistik über vorgefundene
Vogelnester in Kaminen, die zu Schäden hätten führen können, wenn sie der
Schornsteinfeger nicht entdeckt hätte. Es wird nur immer wieder darauf
hingewiesen, dass man der potentiellen Gefahr durch regelmäßiges jährliches
Kehren begegnen müsse. Nachdem man den herbeigebeteten potentiellen
Gefahren durch kostspielige Maßnahmen den Schrecken genommen hat, lässt sich
nicht mehr nachweisen, ob sie auch tatsächlich aufgetreten wären. In diesem
Zustand traut sich niemand mehr, den Beweis zu erbringen. Auf dieser Welle reiten die Schornsteinfeger.
Sie können nichts beweisen. Deshalb bauen sie den Popanz "potentielle
Gefahren" auf, mit dem sie die staatlichen Entscheidungsträger
ängstigen. Die Folge ist die Beibehaltung des Status quo. So wechselte die
bisherige Notwendigkeit des Kaminkehrens zur Beseitigung des brennbaren Rußes
in die vorsorgliche Beseitigung eventueller Vogelnester. Die Halbwahrheit dabei ist das Verschweigen der
äußerst geringen Wahrscheinlichkeit von Vogelnestern in benutzten Kaminen.
Diese zu erkennen, genügte auch die simple Spiegelprobe, falls man der
Angstmache der Schornsteinfeger Glauben schenkt. |
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Gas hinterlässt bei optimaler Verbrennung keine
Rückstände. Mangelt es aber an Sauerstoff, so bildet sich Ruß, der sich an
den Wandungen der Abgaswege festsetzt. Daraus ersehen die Schornsteinfeger
die Notwendigkeit, zur Vermeidung von Kaminbränden auch bei Gasheizungen
regelmäßig den Kamin zu kehren. Die Schornsteinfeger wissen auch, dass bei den
Anlagen mit Gas- oder Ölbrennern keine Flamme die Abgaswege erreichen kann,
um etwa vorhandenen Ruß zu entzünden. Dennoch schüren die Schornsteinfeger
Ängste vor möglichen Kaminbränden durch den Ruß. Die daraus abgeleitete
dringende Notwendigkeit des Kaminkehrens ist die mitgeteilte eine Hälfte der
Wahrheit. Die andere Hälfte ist der beharrliche Widerstand
der Schornsteinfeger gegen den Einsatz der Sensortechnik. Diese würde bei
geringen, aber noch tolerierbaren Abweichungen von den Sollwerten, eine
Warnlampe zum Leuchten bringen; beim Überschreiten der Toleranzgrenze den
Brenner abschalten. Rußbildung wäre somit völlig ausgeschlossen. Die Sensortechnik garantiert einen optimalen
Betriebszustand der Anlage über das ganze Jahr hinweg, der Schornsteinfeger
aber nicht! Somit ist die Sensortechnik der gegenwärtigen Messpraxis weit
überlegen. Die einmaligen Anschaffungskosten amortisierten sich bei einer
generellen Einführung der Sensortechnik bei neuen Brennern in wenigen Jahren.
Denn die alljährliche Belästigung und die hohen Kosten durch den
Schornsteinfeger fallen gänzlich weg. Die Sensortechnik wird heute in
allen Industriesparten in großem Maße angewandt. Ohne die beharrliche
Blockade der Schornsteinfeger wäre sie längst Standard in den häuslichen
Heizanlagen. Kein Brenner ließe sich noch ohne sie verkaufen. Sowohl der
Universalsensor für die Abgase als auch der für die Kaminzugkontrolle
gehörten zum Lieferumfang eines jeden Brenners. Die Sensoren würden bei der
Montage desselben in je eine Messöffnung im Abgaskanal und an der Kaminsohle
angebracht. Die Verarbeitung der Messdaten
geschähe im ohnehin integrierten Mikroprozessor des Brenners. Dieser steuerte
nun zusätzlich noch die Warnlampe und das Abschaltrelais. |
/font> |
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Der Inhalt
==> Siegfried Gall im
Gästebuch |
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...Wollen Sie damit sagen das die Vertreter von
23 Behörden, Firmen und Verbänden (3. Petition) die vor der Änderung der KÜO
in Baden-Würtemberg angehört wurden, auf irgendeine Art und Weise beeinflusst
wurden? Womöglich mit den "... wovon sich 2,78
Mill. DM die Innungen abzweigen, ohne dass sie hierfür einen
Verwendungsnachweis vorlegen.", wie der Herr Bernhard den
Schornsteinfegern vorwirft? Weiß Herr Bernhard etwa nicht das jede Innung,
in jedem Handwerk (also auch die Heizungsbauer), eine Körperschaft des
öffentlichen Rechts ist? Sollten Ihm die einschlägigen Vorschriften über
Körperschaften des öffentlichen Rechts unbekannt sein? Und falls er sie
kennt, ...? Auch seine Argumente: "Man verweigert dem
Fachhandwerk die Rechte, welche das Kfz-Handwerk in der Durchführung der
Abgassonderuntersuchung der Motoren besitzt." und "... wird die
schwachsinnige Behauptung verbreitet, Wer Wartungsarbeiten durchführt, kann
nicht gleichzeitig messen." Davon abgesehen das der Grundsatz "Wer
prüft darf nicht warten und wer wartete darf nicht prüfen" heißt, sollte
Herrn Bernhard der Bericht in der "ADAC Motorwelt, Ausgabe Februar
2000" unbekannt sein? Der ausführliche Report zeigte auf, wie gut 43
Auto-Werkstätten bei der Abgasuntersuchung (AU) arbeiteten. Die Tester kamen
zu dem Ergebnis, dass nur die Hälfte der Werkstätten den Auftrag einwandfrei
erfüllen konnten. Häufig wurde gepfuscht, manchmal sogar betrogen. Wie
schwachsinnig ist die Trennung von Kontrolle und Wartung? |
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Sehr geehrter Herr Siegfried Gall, danke für Ihre Antwort auf der Homepage
www.Schofeg.de. Den Vorwurf der Bestechung bei der Beratung zur
Änderung der KÜO in BW habe ich nicht erhoben. Die Methoden des Ministeriums,
die Schornsteinfeger zu unterstützen, sind viel feiner als die der
Bestechung. Das Protokoll der Besprechung zur Änderung der
KÜO war uns vom Wirtschaftsministerium zugesagt, wurde mir aber trotz
Mahnungen nie zugesandt. Nach mehr als 1 1/2 Jahren, als sich niemand mehr an
das über 2 Tage lang Gesprochene erinnern konnte, teilte Herr Stehmer auf
Anfrage mit, man sei nicht in der Lage gewesen, ein Protokoll zu schreiben.
Dahinter steckt doch System! So verhindert man, daß für die
Schornsteinfegerarbeiten nachteilige Feststellungen zu Papier kommen. So
wird's also gemacht! Dazu braucht man kein Innungsgeld einzusetzen, um die 23
Behörden, Firmen und Verbände im gewünschten Sinne
"zurechtzubiegen". Es soll auch einmal klargestellt werden, daß das
Gewaltenmonopol beim Staat liegt. Er beauftragt die Schornsteinfeger nur mit
der Durchführung der Arbeiten. Deshalb richtet sich die Kritik in erster
Linie gegen den Staat - Bund und Länder. Nur dann, wenn die Arbeiten
schlampig in der Qualität oder verkürzt in der Arbeitszeit durchgeführt
werden, sind die Schornsteinfeger direkt in der Kritik. Es ist mir durchaus bekannt, daß die Innungen
Körperschaften des Öffentlichen Rechts sind. Dies sind auch die
Rundfunkanstalten. Nur diese lassen sich freiwillig durch den Rechnungshof
prüfen und das gleiche verlange ich von den Schornsteinfegerinnungen. Dies
nicht ohne Grund! In einem Land, in dem jährlich über 50 Mrd. DM
Steuergelder durch Staatsbeamte veruntreut werden, ohne daß dies für die
betreffenden Personen Folgen hätte (Rechnungshofberichte und Schwarzbuch des
Bundes der Steuerzahler), in dem der zweithöchste Mann des Staates 2 Mio. DM
an Spenden einkassierte und diese nicht meldete und eine weitere Million so
zufällig auf dem Konto eines ehemaligen Schatzmeisters auftauchte, sind doch
Zweifel am sachgerechten Umgang mit öffentlichen Geldern berechtigt. Solche
sind auch die Innungseinnahmen der Schornsteinfeger! Was mit Geld passiert, das nicht überwacht wird,
ist uns nicht erst seit der Unterstützung des FCK durch eine mit der Caritas
in Verbindung stehende Gesellschaft, den Spenden der landeseigenen SWEG an
den Sportclub Eßlingen auf Weisung eines Ministers, oder die 14 Mill. DM aus
dem Tierschutzbund in die Taschen des Vorsitzenden, bekannt. So unterstützt
auch die Schornsteinfegerinnung des Saarlandes die Fußballmannschaft des
Parlaments. Die Schornsteinfeger in BW können sich von den
2,5 Mill. Zwangsabgaben der Bürger sieben(!) freigestellte Schornsteinfeger
leisten, die Lobbyarbeit machen und die fachlich unkundigen Behörden im
Erfinden immer neuer Arbeiten beraten! Auch eine Schornsteinfegerkapelle auf
einer Messe wurde sehr wahrscheinlich mit den genannten Zwangsabgaben
finanziert. Mir sind die Meßfehler des Kfz-Handwerks ebenso
bekannt, wie die der Schornsteinfeger. Den Kfz-Betrieb kann ich frei wählen,
den Schornsteinfeger aber nicht. Auch kann ich die Messung des Kfz-Betriebes
relativ leicht nachprüfen lassen. Alle Umweltmeßgeräte für strömende Gase haben
etwa +/- 15 % Meßfehler. Das Lobbyarbeit Behörden Lobbyarbeit Meßfehler
Umweltmeßgeräte Staubmeßgerät der Schornsteinfeger bringt es gar auf +/- 50%.
Dies könnte man alles in Kauf nehmen, wenn es die Möglichkeit gäbe, einen
unfähigen, falsch messenden Schornsteinfeger abzulehnen und statt dessen
einen anderen zu nehmen, oder den TÜV oder die DEKRA mit der Kontrolle zu
beauftragen. Solange es keine freie Wahl der Meßstelle gibt, müssen an die
Schornsteinfeger höchste Qualitätsanforderungen gestellt werden. Dies ist
Aufgabe des Staates, der er nicht nachkommt. Auch weigern sich die
Schornsteinfeger, diese zu erfüllen z.B. durch Ringmessungen. Die Berichte des ADAC über Pfusch und Betrug des
KFZ-Handwerks sind mir bekannt und sind sehr bedauerlich. Es steht außer
Zweifel, daß hier die Innungen versagt haben - die Körperschaften des
Öffentlichen Rechts! Aber wer kontrolliert den Schornsteinfeger? Der
Kehrplichtige ist Zwangskunde beim Schornsteinfeger und diesem wegen
fehlenden Wettbewerbs ausgeliefert. Wer verhindert, daß die Schornsteinfeger kein
Geld für die Auftragsvermittlung vom Fachhandwerk annnehmen? 200.- DM
versteuertes Geld pro Auftrag sind üblich. Hierzu liegt mir ein Schreiben
einer Südbadischen Firma vor. Nur die Schornsteinfeger sind keine Beamten und
können daher nicht für die Vorteilnahme belangt werden. Versteuertes Geld ist
aber auch in den Steuerunterlagen nachzuweisen. Nur das Finanzamt meldet
strafrechtliche Belange nicht weiter, denn der Staat versteuert auch
gestohlenes Geld. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Grundsatz angesichts
der Steuermillionen aus den Luftgeschäften des Flowtex-Skandals halten läßt.
Sollte der Bundesgerichtshof oder das Bundesverfassungsgericht zu neuen
Entscheidungen kommen, hätte dies auch Rückwirkungen für die
Schornsteinfeger. Evtl. setzt auch die Verurteilung eines Schornsteinfegers
im Schwarzwald-Baar-Kreis wegen Vorteilnahme schon ein Signal. Tatsache ist aber, daß die Schornsteinfeger den
freien Wettbewerb scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Sie würden dann
einen erheblichen Teil ihrer Macht verlieren. Heute sind sie in der
Durchsetzung ihrer Arbeit und im Abkassieren den Beamten gleichgestellt. Wenn
sie Schaden verursachen oder schlampig arbeiten, tritt aber die Staatshaftung
nicht ein - denn dann sind sie freie Handwerker. Sie behindern auch die
Durchführung des Gesetzes zur Beschleunigung fälliger Zahlungen - § 641a BGB
- (aus "Der Bau- und Immobiliensachverständige" Heft 1/ 2001 S. 27
ff.). Wer eine fachlich einwandfreie Arbeit an einer
Feuerung, einem Motor, einer Elektroinstallation oder ähnlichen Anlagen
durchführt, muß seine Arbeit durch Messungen nachprüfen und belegen. Dazu
bedarf es keines Kontrolleurs, sofern der Ausführende über eine ausreichende
Qualifikation verfügt. Es ist Aufgabe der entsprechenden Innungen, über diese
Qualifikation zu wachen. Daher sind sie auch Körperschaften des öffentlichen
Rechts. Aber der Schornsteinfeger als Kontrollmeister ist in diesem System so
überflüssig wie ein Kropf! Es bedarf auch keiner Qualifizierung der
Schornsteinfeger. Denn damit werden nur die internen Verwaltungsvorgänge,
aber nicht deren Arbeitsqualität beurteilt. Wer aber in einem Einmannbetrieb
diese Vorgänge nicht beherrscht, ist unfähig einen selbständigen Betrieb zu
führen. Daher ist die Qualifizierung ebenso überflüssig, wie es viele
Schornsteinfegerarbeiten sind! |
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Dialog
mit meinem Schornsteinfeger,
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Ein Haus
hat in der Regel einen Schornstein, gewöhnlich Kamin genannt. Ihn zu planen
ist Sache des Architekten oder Bauingenieurs. Die Bauabnahme des Kamins aber
ist Sache des gegenwärtigen Bezirksschornsteinfegermeisters (BSFM). Der
kontrolliert, ob der Kamin seinen Zweck erfüllen kann, und die Öffnungen zum
dringend notwendigen Kaminkehren an den passenden Stellen vorhanden sind. Fernerhin überwacht und bewirtschaftet der BSFM
den Kamin und alle Feuerstellen, die den Kamin als Abzug benutzen. Jedes Haus
mit einem oder mehreren Kaminen ist Bestandteil seiner Sonderwirtschaftszone,
im Sprachgebrauch Kehrbezirk genannt. Jeder Kehrbezirk enthält etwa 2 000
Häuser. Der Ertrag des Kehrbezirks gehört dem BSFM, der einen Gehilfen und
die Unkosten zu zahlen hat. Niemand macht dem BSFM seinen Kehrbezirk
streitig. Die Höhe des Kehrbezirksertrages bestimmen
Ministerialbeamte, die von hauptamtlichen hochqualifizierten
Schornsteinfegern beraten werden, die Lobbyisten genannt werden. Daneben
obliegt den Lobbyisten die Aufgabe, die zuständigen Beamten und
einflussreiche Politiker von der dringenden Notwendigkeit der vorhandenen und
weiterer neu zu schaffender Tätigkeiten der Schornsteinfeger zu überzeugen.
Die Lobbyisten steuern auch die medienwirksame Präsenz schwarz uniformierter
Schornsteinfeger, und mittlerweile auch Schornsteinfegerinnen, bei wichtigen
politischen Anlässen, wie z.B. Neujahrsempfängen oder der Konstitution eines
neuen Bundestages oder der neuen Landtage. Der Kehrbezirk ist hierzulande ein
beachtenswerter Wirtschaftsfaktor. In Bayern sind Kehrbezirke schon vor 15
Jahren zwischen 300 000 und 400 000 DM gehandelt worden. Heute dürften sie
dasselbe in Euro kosten. Da unsere Republik mittlerweile aus 8 000
Kehrbezirken besteht, beträgt der gegenwärtige Marktwert aller deutschen
Kehrbezirke zwischen 2,4 bis 3,2 Mrd. €. Die gleiche Summe erwirtschaften
sämtliche deutschen Kehrbezirke in 2 Jahren. Der Jahresumsatz der 8000 deutschen Kehrbezirke
entspricht nahezu dem der 78 Max-Planck-Institute oder aller
Fraunhofer-Institute. Der volkswirtschaftliche Nutzen der mit hoher Effizienz
behafteten deutschen Kehrbezirke überragt den der Forschungsinstitute bei
weitem. Während die unerschwinglich hochbezahlten Forscher nur der
Wissenschaft dienen, leisten die insgesamt 17 000 deutschen Schornsteinfeger
einen vortrefflichen Beitrag zum Schutze der Nation vor verheerenden
Schadensfeuern, und bewahren Tausende vor der jenseits unserer Grenzen
grassierenden häuslichen Kohlenmonoxidgefahr. Daneben verhindern sie eine
drohende Klimakatastrophe! |
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Es ist undenkbar, dass Bäcker oder Metzger ihre
Beliebtheit in der Bevölkerung erfragen. Handwerke werden akzeptiert, da sie
notwendig sind. Sind sie nicht mehr gefragt, nützt ihnen sogar ihre einstige
Beliebtheit nichts mehr. Sie werden vergessen und zeigen sich nur noch bei
Folklore. Die Schornsteinfeger jedoch verquicken
Beliebtheit mit Notwendigkeit. Ihre Beliebtheit zeigen sie durch Präsenz an
vielen Orten und bei vielerlei politischen Anlässen. Ihre Notwendigkeit
bezeugen ihre Lobbyisten durch Szenarien von bedrohter Sicherheit für Mensch
und Umwelt gegenüber einflussreichen Gremien in den maßgebenden Ministerien. Als die Schornsteinfeger vor gut 30 Jahren wegen
des Schwindens der klassischen Hausfeuerungen um ihre Existenz bangen
mussten, besaßen sie bereits eine Phalanx von Lobbyisten, die in den
kommenden strengen Umweltgesetzen Morgenluft witterten. Anstelle des
einschlägigen Handwerks erhielten sie den Zuschlag zur Kontrolle der
Einhaltung minimaler Abgaswerte bei den zunehmenden Öl- und Gasfeuerungen.
Sie erzielten nicht nur einen lückenlosen Übergang von Kehren zum Messen,
sondern sicherten sich ihre Verantwortung sowohl für den sauberen Kamin als
auch die optimalen Abgaswerte. Das war den Lobbyisten der Schornsteinfeger noch
nicht genug. Sie erreichten die Einführung einer vom Kehren und Messen
unabhängige Feuerstättenschau. Die unveröffentlichten relativ günstigen
Unfallstatistiken gaben keinen Anlass, der maßgeblichen Ministerialbürokratie
weitere zusätzliche Leistungen schmackhaft zu machen. Was sie aber
erreichten, war zunächst die Beauftragung eines westfälischen
Hochschulinstituts unter Prof. Rawe zur Feldkontrolle der Verbindungsrohre
zwischen Heizkessel und Kamin, der sogenannten Rauchrohre. Das recht
zweifelhafte Ergebnis dieser Kontrollen führte zur Übertragung der
Überwachung oder des Kehrens sämtlicher Rauchrohre in der Republik durch die
Schornsteinfeger. Unberücksichtigt blieb dabei die Tatsache, dass der
Durchsatz an Brennstoffen stetig abnahm, was zu einer gleichermaßen stetigen
Abnahme von Verbrennungsrückständen führte. Prof. Rawe's Institut, nun in die Pflicht
genommen, befasste sich fernerhin mit Messungen von Gasfeuerungen. Das darauf
erstellte Gutachten von Prof. Rawe bot die Grundlage strenger Auflagen für
moderne Gasfeuerungen, einschließlich Brennwertkessel. Die Schornsteinfeger verspürten zunehmenden
Unmut in den direkt betroffenen Bevölkerungsschichten. Die ebenfalls durch
überhöhte Wohnnebenkosten indirekt betroffenen Mieter blieben unwissend.
Anklagende Leserbriefe und Beschwerden in TV-Sendungen über die überhöhten
Gebühren der Schornsteinfeger zwangen sie zur Flucht nach vorne: Zur Umfrage
über ihre Beliebtheit. Wer sich mit den Methoden von Umfragen ein wenig
befasst hat weiß, dass Umfrageergebnisse gleich Statistiken nach Belieben zu
haben sind. Allein durch die Art der Fragestellung lässt sich das gewünschte
Ergebnis immer erzielen. Dies ist den Funktionären der Schornsteinfeger bei
ihrer Forsa-Umfrage glänzend gelungen. Ich möchte den Leser auf die
entsprechenden Seiten der Schornsteinfeger verweisen, wonach sie sich ein
Urteil bilden mögen. |
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